"Austragler" nimmt Abschied

Im nächsten Jahr will Alois Weig seinen Hof an den Sohn übergeben. Zuvor legte der 65-Jährige ein Amt in jüngere Hände: das des stellvertretenden Kreisobmanns beim Bauernverband.

Bei der Herbstarbeitstagung im "Postkeller" hatten sich die Ortsobmänner mit der Wahl eines neuen stellvertetenden Kreisobmanns zu befassen. Aus persönlichen Gründen war Alois Weig zurückgetreten. Fünf Ortsobmänner wurden vorgeschlagen, davon lehnten vier aus verschiedenen Gründen die Kandidatur ab. Karl Bäumler aus Halmesricht trat an. Bei der Nachwahl entfielen 50 von 55 Stimmen auf ihn. Bäumler bedankte sich für das überwältigende Vertrauen.

Direktor Peter Huber vom BBV-Bezirksverband hatte die Wahl geleitet. Er dankte ausdrücklich Alois Weig für die geleistete Arbeit, appellierte an den Zusammenhalt und an die Einheit des Berufsverbandes und bemängelte die überbordende Bürokratie auch für bäuerliche Betriebe. Es sei nicht hinzunehmen, dass wegen Vorgaben, die kleine bäuerliche Betriebe nicht mehr einhalten könnten, ein Strukturwandel über die Hintertür erfolge.

Auch Kreisobmann Josef Fütterer hatte seinem Stellvertreter für die langjährige und segensreiche Arbeit im Bayerischen Bauernverband gedankt - insbesondere für die gute Zusammenarbeit in den vergangenen beiden Jahren, in denen er als Kreisobmann immer auf Alois Weig habe zählen können. Als Grund für seinen Rücktritt gab der vormalige "Vize" an, dass er nun 65 Jahre alt sei und den landwirtschaftlichen Betrieb an den Sohn übergeben wolle. Ab 2015 sei es wichtig, dass "nicht ein Austragler, sondern ein aktiver, junger Landwirt" die Tätigkeit als stellvertretender Kreisobmann weiterführe.

Schwierige Zeiten

In einer Stellungnahme erklärte Weig zudem, dass er schon als Landjugendvertreter in der Kreisvorstandschaft des Bayerischen Bauernverbandes vertreten gewesen sei. 1977, bei der Neuwahl von Alfred Krauß zum Kreisobmann für den neuen Großlandkreis Neustadt/WN, war er in die geschäftsführende Kreisvorstandschaft gewählt worden. Viele Problemfälle, schwierige Zeiten, unzählige Aktionen seien zu bewältigen gewesen. "Die Einheit des landwirtschaftlichen Berufsstandes war und ist ein Vorbild für viele andere Organisationen und wird außerhalb des Bauernstandes sehr beachtet", betonte Weig. Es war schon immer seine Devise, "dass wir unser Schicksal selbst in die Hand nehmen müssen".

Seine über 40-jährige Erfahrung lehre ihn, dass man mit Einigkeit sehr viel bewegen, durch Streit aber auch viel zerstört könne. An die anwesenden Ortsobmänner appellierte er, einen Nachfolger zu finden, damit die Vorstandschaft - Weig nennt sie "Runde der Verantwortlichen" - wieder vollständig sei.
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