Autismus ist unheilbar und angeboren - Experten erklären Verhaltensweisen
Sie schauen keinem in die Augen

Thematisiert wurde im Pfarrheim St. Josef auch, wie man Autisten in Schule und Gesellschaft integrieren könne. Dabei erfuhren die Zuhörer von Janka Steuernagel (links) und Heike Vogel (rechts) vom Netzwerk Autismus, dass es wesentlich mehr männliche als weibliche Autisten gebe. Bild: Kunz
Ein Prozent der Weltbevölkerung sei auf die eine oder andere Weise autistisch, unterstrichen Heike Vogel und Psychologin Janka Steuernagel vom Netzwerk Autismus im Pfarrheim St. Josef. Die beiden Referentinnen arbeiten in der Beratungs- und Koordinationsstelle für die Oberpfalz. Ihr Thema lautete: "Autismus und Inklusion".

Es ging vor allem darum, das Netzwerk Autismus Niederbayern Oberpfalz vorzustellen. Veranstalter waren die Katholische Erwachsenenbildung, die Gerhardinger-Grundschule und der Gesamtelternbeirat Weiden. Rechne man den prozentuellen Anteil autistischer Personen hoch, fielen auf die Oberpfalz und Niederbayern 14 000 Betroffene.

Ein großes Problem autistischer Menschen sei, dass sie keinerlei Rückschlüsse hinsichtlich der Gestik und Mimik ihrer Mitmenschen ziehen könnten. Autismus sei eine tiefgreifende Entwicklungsstörung und angeboren. Zumeist sei die Krankheit genetisch bedingt. "Sie ist unheilbar." Betroffene litten unter einer Wahrnehmungs- und Kontaktstörung.

Erforscht haben die Krankheit in den 1940er Jahren Leo Kanner und Hans Asperger. Beide Mediziner untersuchten und erforschten unterschiedliche Patiententypen. Entsprechend werden die Betroffenen heute in Kanner- und Asperger-Autisten unterteilt. Während die Kanner-Autisten bereits vom ersten Lebensjahr an den Blick vom Gegenüber abwendeten, würden dies die Asperger-Autisten erst im Vorschulalter tun.

Es gebe auch deutliche Unterschiede beim Sprechen, bei der Betonung und beim Sprechrhythmus. Bei beiden Gruppen sei die kommunikative Funktion gestört. Dadurch wirkten sie oft auf Außenstehende arrogant und abweisend.
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