Autohaus Geuß: Mit Jäger-Event keinen Bock geschossen
Trophäe zählt Fleisch bleibt Russen

Autohaus-Geschäftsführer Jürgen Geuß lässt sich von seinen Referenten Frank Rakow (links) und Ulf Muuß in die Mitte nehmen. Bild: Kunz
Östlich vom Ural lebt das sibirische Rehwild. Vor allem über den sibirischen Rehbock berichtete im Autohaus Geuß der ehemalige Chefredakteur der Deutschen Jagdzeitung, Frank Rakow. Wie der Experte betonte, bringt dieses Reh doppelt so viel Gewicht auf die Waage wie heimische Exemplare. Kurzweilig war der Vortrag, weil Rakow seine Ausführungen mit Fotos und Videoclips würzte.

Allein die Ausmaße und die Stärke dieses sibirischen Rehwildes mache die Jagd für deutsche Jäger so faszinierend. Jedes Jahr reisten bis zu 300 Jagdbegeisterte nach Russland, um Rehwild zu erlegen. "Aber man kann dort auch Elche und Bären schießen." Rakow, der aus Vorpommern stammt, erklärte, dass das Reh in Russland große Räume beansprucht und eine ähnliche Lebensweise hat wie hierzulande.

"Für die einheimischen Jäger ist es zuallererst eine Fleischquelle." Die seien weniger Trophäenjäger. "Bei uns zählen ja Fleisch und Trophäe." Die Russen würden die Trophäen einfach wegwerfen und seien froh über die zahlenden Gäste. "Die Trophäen kommen mit, das Fleisch bleibt den Russen. Wir erledigen sozusagen einen Teil ihrer Arbeit."

Durch diese Verbindung lernten die heimischen Jäger ihr Wild besser schätzen. "Es gibt dort viel Wilderei. Und die schädigt natürlich das Einkommen." Ein weiterer netter Nebeneffekt für deutsche Jagdgäste: "Man lernt die Leute auf dem Land kennen, die ganz herzlich, offen und interessiert sind." Dort lerne man Russland wirklich kennen und schätzen.

Die Event-Reihe ging natürlich auch in diesem Jahr wieder von Landrover aus. Geuß habe immer beste Erfahrungen mit der Zielgruppe der passionierten Jäger gemacht. 140 Anmeldungen für die Veranstaltung sprachen für sich. Essen und Trinken gab's, damit der Abend auch recht nett wurde. Franz Kuppel von der Firma Blaser präsentierte Jagdgewehre.

Eröffnet wurde der "Jäger-Event" von Ulf Muuß. Sein Thema lautete "Schuss raus - Stück weg - was nun?" Dabei fasste der Berufsjäger und anerkannte Schweißhundeführer aus Nordrhein-Westfalen 15 Jahre Nachsuchen in einem lehrreichen, nichtsdestotrotz kurzweiligen Vortrag zusammen. Wichtig sei, dass die Schweißhunde viel Arbeit bekämen. Nur auf diese Weise ließen sie sich trainieren. "Heute gibt es eine Schwemme von diesen Hunden, die das Spezialistentum unterlaufen."

Ein Schweißhund müsse mindestens 100 Nachsuchungen leisten, um überhaupt als solcher angesehen zu werden. "Inzwischen werden Hunde losgelassen, die erst 20 Nachsuchungen hinter sich haben. Da bricht uns die Leistungsspitze natürlich weg." Die Rasse spiele eine untergeordnete Rolle. "Man muss sie nur spezialisieren." Muuß: "Eierlegende Wollmilchsäue gibt's in diesem Bereich nicht."
Weitere Beiträge zu den Themen: Nordrhein-Westfalen (2261)Oktober 2015 (8435)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.