Autokratzer am Stadtfriedhof

In den markierten Bereichen schlugen der oder die Autokratzer zu. Seit 2014 waren mindestens 23 Autos betroffen. Die Tatzeitpunkte sind unterschiedlich. Es gibt eine leichte Tendenz zu mittwochs und freitags.

Fünf Minuten waren Mutter und Sohn auf dem Stadtfriedhof, um das Grab des verstorbenen Mannes und Vaters zu gießen. Fünf Minuten, die einem Unbekannten genügten, den Audi des jungen Mannes übel zu verkratzen. Das Auto war in der Ulrich-Schönberger-Straße geparkt.

Passiert ist das Ganze im Mai 2014. Ein alter Hut? Leider nicht. Die Serie ist nie abgerissen. Seither lesen Mutter und Sohn jeden Monat mit Erstaunen, dass es wieder einen Autofahrer erwischt hat. Parken nahe des Stadtfriedhofs - das scheint eine gefährliche Unternehmung zu sein.

Die Polizeiinspektion Weiden befasst sich schon seit längerem mit der Serie. 2015 sind es bislang 13 Autos, die von einem oder verschiedenen Tätern verkratzt worden. Im April, Mai (3 Fälle), Juni (6 Fälle, davon 3 am 23. Juni), Juli, August und Oktober (2 Fälle). Im ersten Quartal war "Pause". Nach Recherchen in unserem Archiv waren es 2014 ebenfalls mindestens 10 Autos von Mai bis Dezember.

Der Schaden geht in die Tausende, von der Polizei geschätzt mindestens 10.000 Euro in diesem Jahr und 15.000 im Vorjahr. "Die tatsächliche Instandsetzung in einer Fachwerkstätte dürfte aber deutlich höher liegen", meint Polizeihauptkommissar Günther Burkhard.

Die Polizei hat die Lage ausgewertet und versucht, Parallelen festzustellen. Fazit: Die Sachbeschädigungen an Pkw um den Stadtfriedhof sind nicht unter einen Hut zu bekommen. Die Autos waren an verschiedenen Stellen geparkt: in der Ulrich-Schönberger-Straße vor dem Steinmetz, der BRK-Zentrale und der Max-Reger-Schule, außerdem in der Gabelsberger Straße (Schotterparkplatz gegenüber des Stadtfriedhofs) bis vor zum Rotkreuz-Platz. Auch auf dem neuen Parkplatz des Klinikums (ehemaliges Augustiner-Gelände) sind bereits zwei Autos verkratzt worden.

Es gibt weder eine Vorliebe für ein Fabrikat, noch für eine Farbe. Manchmal ist nur eine Seite hinüber - manchmal das ganze Auto samt Motorhaube verunstaltet.

Die Tatzeiten sind ebenfalls kaum in Einklang zu bringen: von Montag bis Sonntag, vormittags und nachmittags (eher selten nachts) - alles ist dabei. Manchmal standen die Autos den ganzen Tag auf dem Parkplatz. In anderen Fällen "hat man fast den Eindruck, dass da einer regelrecht wartet", sagt Polizeihauptkommissar Karl Gaach. Wie im Fall von Mutter und Tochter im Mai 2014 waren einige der Betroffenen nur kurz zur Grabpflege im Stadtfriedhof.

Der (oder die) Täter verwendet einen spitzen Gegenstand. "Das kann ein Stein sein oder ein Schlüssel", sagt Burkhard. Eine Videoüberwachung ist in diesem Fall nicht möglich. "Wir sind in solchen Fällen sehr auf Hinweise aus der Bevölkerung angewiesen."
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