Autor Benno Hurt liest am Augustinus Gymnasium
Zwischen Erlebtem und Erfundenem

Aus seinem Roman "Die Richterin" las Benno Hurt am Augustinus-Gymnasium. Bild: Hartl
Den Kontakt stellte der ehemalige Kulturamtsleiter Bernhard M. Baron her. Er hatte Deutschlehrer Raimund A. Mader eine Lesung von Benno Hurt wärmstens empfohlen. Vor den Schülern des Augustinus-Gymnasiums schlug der Regensburger jetzt seinen Roman "Die Richterin" auf. Ein weiteres Werk, in dem Hurt eigene Erfahrungen verarbeitet hat. Sein Beruf als Staatsanwalt und Richter und seine Hobbys Fußball und Fotografie finden sich in vielen seiner Romane wieder.

Während es sich bei den vorherigen Werken um Erzählungen handelt, bei denen Hurt anhand von Familien die Geschichte Deutschlands aufrollt, geht es in seinem siebten Roman um eine 46-jährige erfolgreiche Richterin, die starke Identitätsprobleme hat. Sie ist Single, kinderlos und merkt, dass sie nicht gebraucht wird. Von ihren Freundinnen fühlt sie sich ausgeschlossen, als diese Kinder bekommen. Sie leidet an einem Kindheitstrauma, auch wenn sie nicht wirklich weiß, was damals passiert ist. Dass der Vater etwas mit dem Nationalsozialismus zu tun gehabt haben könnte, setzt ihr zu. Nachts fährt sie durch die Stadt und schaut sich die Tatorte ihrer Gerichtsfälle an. Jeden Sonntag fotografiert sie durch einen Zaun immer wieder eine Familie, schafft sich so ihr eigenes "Familienalbum". Hurt: "Auch wenn alles eher negativ klingt, hat der Roman ein positives Ende."

In der anschließenden Diskussionsrunde räumte der Autor ein, dass er in seine Bücher auch Aspekte aus seinem eigenen Leben einfließen lässt, sie eine Mischung von Erlebtem und Erfundenem seien. Hurt schreibt am Computer: Man könne leicht löschen, formatieren und umschreiben. Einen Schüler interessiert, warum die Richterin keine Affäre fürs Wochenende habe. Laut Benno Hurt liegt das an ihrem hohen Selbstwertgefühl. Außerdem erinnere sie vieles an ihren Vater, was dazu führe, dass sie sich auf niemanden einlässt.

Für "Die Richterin" hat Hurt sechs bis sieben Monate gebraucht. Ob er eine Geschichte schon vor der eigentlichen Schreibarbeit fertig im Kopf hat? "Man kann ein Buch nicht genau kontrollieren", antwortete Hurt. "Meistens entwickelt sich die Handlung während des Schreibens doch anders."
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