Avi Primor erzählt aus seinem Leben
Mann des Friedens

Wie kaum ein anderer engagiert sich Avi Primor seit Jahrzehnten für den deutsch-israelischen Dialog, wie kaum ein anderer setzt er auf gegenseitiges Verständnis, Versöhnung und ein friedliches Miteinander. Wohl deshalb ist der ehemalige israelische Botschafter in Deutschland bis heute eine der bekanntesten und wichtigsten Stimmen seines Landes. Jetzt stellte er in der Buchhandlung Rupprecht zwei Stunden lang seine Autobiografie "Nichts ist jemals vollendet" vor.

Im Gespräch mit Maria Rupprecht erzählte der charismatische 79-Jährige aus seinem beeindruckenden Leben. Seine Mutter war 1932 von Deutschland nach Palästina gekommen. Kein Mitglied ihrer in der Heimat gebliebenen Familie hat später den Holocaust überlebt. Scharfsinnig und lebensklug schilderte Avi Primor, wie sich sein Deutschlandbild im Laufe der Zeit verändert hat, wie wichtig für ihn die Beobachtung der 68er Bewegung war und wie er die Deutschen auch schätzen lernte.

Angesprochen auf die Tatsache, dass die Deutschen ein Problem damit hätten, Israel zu kritisieren, aus Angst, vorschnell unter Antisemitismus-Verdacht zu geraten, sagte Avi Primor, er wünsche sich gerade vom wichtigsten Partner Israels ehrliche und sachliche Kritik. Das Ansehen Israels sei in der Welt beschädigt, und das nicht erst seit dem Krieg im Gaza-Streifen. So leidenschaftlich sich Primor einsetzt für den deutsch-israelischen Dialog, so leidenschaftlich tritt er auch ein für einen friedlichen Ausgleich zwischen Israelis und Palästinensern. Hier forderte er aufrichtige Verhandlungsbereitschaft von beiden Seiten.
Weitere Beiträge zu den Themen: März 2015 (9461)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.