Axel Hackes Welt

Die Oberpfalz und Bayern - für den Autor Axel Hacke sind das offenbar zwei Welten. In seiner Kolumne "Das Beste aus aller Welt" im Magazin der Süddeutschen Zeitung (Freitag) nimmt sich der 58-Jährige das Verb "röntgen" vor. Das Ganze habe sich zu einer "Obsession ausgewachsen", gibt der Münchener zu: "Wohin ich auch komme, ich frage die Leute, wie sie ,röntgte' aussprechen." Der Sachse zum Beispiel sage "ränschen" und "ränschte": Er sei "bein Ränschen" gewesen. Der Oberpfälzer mache aus dem "röntgen" ein "rennchn". Nach einer Lesung in Windischeschenbach (Kreis Neustadt/WN) habe ihm "ein dortiger Vertrauensmann" geschrieben, man solle auf das e vielleicht noch einen Akzent setzen: "rènnchn". Aus "geröntgt" werde dann "grènnchd", eine "schöne Folge von fünf Konsonanten".

Soweit, so witzig. Aber die Oberpfalz und Bayern - das sind für den Schriftsteller ("Der weiße Neger Wumbaba") zwei paar Stiefel. Neben der oberpfälzischen gibt es auch noch eine bayerische Aussprache. Hacke schreibt: "Der Bayer schließlich, so mein alter Freund H. aus Altötting, kenne überhaupt kein Imperfekt, es existiere im Bairischen nun mal nicht. Weshalb die Formulierung ,er röntgte' zu ,er had grönggd' führe, wahrscheinlich sogar zu ,und nacha had er mi grönggd'. Vermutlich würde aber ein Bayer, so H., schon das Verb ,röntgen' überhaupt vermeiden und zur Formulierung ,nacha hams mi aa no durchleicht" greifen'."
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