Band 60 der Reihe "Oberpfälzer Heimat" ist erschienen - Von Brandkatastrophen bis zum ...
Heimatgeschichte aus Archiven erweckt

Die Herausgeber und Autoren schufen etwas Bleibendes für heimatinteressierte Leser mit dem Band 60 der "Oberpfälzer Heimat". Bild: Dobmeier
Weiden. (rdo) Wer kennt schon den verheerenden Orkan, der am 31. Mai 1856 über die Oberpfalz wütete, Kirchen und Häuser beschädigte und zerstörte? In Luhe, Schwandorf und Regensburg gab es immense Schäden und auch Todesopfer. Im neu erschienenen 60. Band der Oberpfälzer Heimat ist darüber zu lesen. Außerdem recherchierte Heimatforscher Anton Fleischmann unter anderem im Königlich Bayerischen Amtsblatt zu Auswirkungen, konjunkturellen Sofortmaßnahmen, Aufarbeitung und Vermarktung des Holzes durch Kohlemeiler in Luhe.

Bei der Vorstellung des neuen Bandes in der "Almhütte" blickte Schriftleiter Adalbert Busl auf die vergangenen Ausgaben zurück, die komprimiert 70 Zentimeter Regallänge bedeuten. Darin haben bisher 267 Autoren Heimatgeschichte festgehalten. Auch der neue Band bietet wieder spannende Nachforschungen in vergessenen Archiven, die sich lohnen gelesen und entdeckt zu werden. Die Aufsätze umspannen den Zeitraum von der frühen Neuzeit bis zur Zeitgeschichte, behandeln historische, volkskundliche und literaturwissenschaftliche Stoffe. Sie richten den Blick nicht nur auf die Oberpfalz sondern auch nach Westböhmen.

Petra Vorsatz, Vorsitzende des Heimatkundlichen Arbeitskreises Weiden, dankte Bezirksheimatpfleger Dr. Tobias Appl für die Unterstützung bei der Herausgabe, Dr. Sebastian Schott für das operative Geschäft und dem Verlag Bodner sowie der Druckerei Spintler für die Produktion.

Lesenswerte Aufsätze im Band 60 sind: Neuordnung des Rentamt Nabburg (Autor Josef Eimer), Vom Amtsknecht zur Polizeistation in der Herrschaft Waldthurn (Georg Schmidbauer), Von Badern und Wundärzten (Franz Bergler), Die Vilsschiffe von Amberg zum Eisentransport (Heinrich Deinzer), Der Nachlass des Georg Gross, Bauer aus Saisting1663 (Werner Perlinger), Die Altenstädter Bruck (Jörg Krämer), Sulzbach, Friedrichsburg, Flossenbürg und Parkstein in bisher unbekannten Ansichten sowie zwei schwedische Wappensteine aus Weiden wiederentdeckt (Bernhard Weigl), Das Sägeblatt gebaut aus einem amerikanischen Flugzeuges der letzten Bombenoffensive im 2. Weltkrieg verbaut in Reinhardsrieth (Harald Dill), Das Grenzlager Wiesau (Konrad Zrenner), Alfred Israel Steiner als Zwangsarbeiter im Straßenbau (Harald Fähnrich).

Weiterhin sind enthalten: Die mechanische Krippe des Josef Brunner aus Tachau (Dr. Sebastian Schott), Schriftstellerin Heide von Horix-Schwesinger (Bernhard Baron), Ansässigmachung und Heiratskonsens mit Bettelmandaten (Adalbert Busl), Brandkatastrophen in oberpfälzer Gemeinden im 19. Jahrhundert (Bernhard Fuchs), Des Herrschers viele Kinder seiner Majestät Maximilian II. (Marc Rothballer), Der letzte Komtur von Kastl (Thomas Freller), Feuersteine von Steinschlossgewehren auf Äckern (Ernst Thomann).

60. Band der Reihe

Der erste Schriftleiter der "Oberpfälzer Heimat" war Ernst Gagel, der die Bände 1 bis 19 herausgab. Dann folgte Gerhard Zückert mit den Ausgaben 20 bis 33. Seit Band 34 bis heute betreut Adalbert Busl die Herausgabe. Busl dankte den Autoren, die in vergangener Zeit bis aus den USA, Schweden und Malta kamen. Viele sind schon verstorben.
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