Banktermin im Schlafanzug

Persönliche Beratung in einer digitalen Welt: Das bietet die Sparkasse Oberpfalz Nord ab 1. Oktober. Darüber freuen sich (von links) Vorstandsmitglied Hans-Jörg Schön, Martina Birner, Verwaltungsratvorsitzender Wolfgang Lippert, Tobias Kaltenecker, OB Kurt Seggewiß und Ludwig Zitzmann, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Oberpfalz Nord. Bild: Huber

Chatten mit dem Bankberater im Zug. Oder gleich eine Videokonferenz nach Feierabend? Nein, besser ein Treff im virtuellen Besprechungsraum. Diese Möglichkeiten bieten sich allen Kunden der Sparkasse Oberpfalz Nord mit mobilen Endgeräten ab dieser Woche. Und das hat Modellcharakter.

"Zeit haben wir alle nicht", meint Martina Birner. Dafür können immer mehr mit Smartphone oder Tablet-Computer dienen. Genau deshalb bietet die Sparkasse Oberpfalz Nord ihren 70 000 Kunden ab Mittwoch, 1. Oktober, "S@ON", kurz für "SmartBanking", an.

"Damit haben wir etwas entwickelt, was deutschlandweit Modellcharakter hat", betont Direktor Ludwig Zitzmann bei der Präsentation am Montag sichtlich stolz. Und zwar? Der Kunde verändert sein Kommunikationsverhalten, nutzt zunehmend mobile Endgeräte, wünscht sich dennoch persönliche Beratung. "Also verbinden wir die digitale Welt mit dem persönlichen Berater, unabhängig von den Öffnungszeiten", erklärt Martina Birner, Bereichsleiterin Kundenbetreuung. Kostenlos.

Konkret sieht das ab Mittwoch so aus: Tobias Kaltenecker sitzt von 9 bis 19 Uhr - oder nach Bedarf - mit zwei Kolleginnen in einem Raum in der Hauptfiliale am Sparkassenplatz. Sie alle tragen Kopfhörer und Mikrofon, neudeutsch Headsets, und freuen sich über Kundenanfragen via Chat, Video oder über ein Treffen im virtuellen Besprechungszimmer. Letzteres bietet den Vorteil, dass der Kunde zwar den Berater sehen kann. Umgekehrt geht das aber nicht. Praktisch findet das Martina Birner beispielsweise an einem Montagvormittag. Es ist der erste Urlaubstag, und der Termin bei der Bank lässt sich im Schlafanzug erledigen.

Aktuell hat die Sparkasse Oberpfalz Nord täglich 4000 Kunden im Netz beim klassischen Internetbanking. 500 bis 600 melden sich per Telefon. "Das Kundenpotenzial im ,SmartBanking' ordnen wir im fünfstelligen Bereich an", sagt Zitzmann. "Denn manchmal muss Beratung eben zwischendurch passieren."

Zugute kommt das beispielsweise dem Geschäftsreisenden oder Studenten: Sie können von überall ihren Bankberater erreichen. Oder einer Familie, in der beide Elternteile berufstätig sind, und erst am Abend auf der Couch Zeit für einen Finanzcheck aufwenden können. Gerade auch Rentner können profitieren, erklärt Vorstandsmitglied Hans-Jörg Schön. "Viele sind geistig fit, aber vielleicht nicht mehr so gut zu Fuß." Von der Idee bis zur Umsetzung von "S@ON" dauerte es mehr als eineinhalb Jahre. Sicher sollte das System sein. Einfach zu bedienen. "Aber technisch gibt es da noch nicht sehr viel", meint Zitzmann. Also begann das Tüfteln. Mit dem Segen des Verwaltungsrats unter Vorsitzendem Landrat Wolfgang Lippert. "In der Sparkassenlandschaft leisten wir hier Vorarbeit", sagt Verwaltungsratmitglied und OB Kurt Seggewiß. Wichtige Vorarbeit auch mit Blick auf die Konkurrenz.

Das Ergebnis kann sich sehen lassen: "Derzeit liegen wir mit dieser Technik sehr weit vorn", sagt Zitzmann. Doch keine Sorge: Wer als klassischer Filial-Kunde beim Wort "SmartBanking" Stresspickel bekommt, wird sich bei den Worten entspannen, die Sparkassen-Vorstand Zitzmann am Ende des Pressegesprächs findet: "Wir haben unser Angebot nur um ein weiteres Segment ergänzt. ,SmartBanking' ist ein Mehrwert. Alle Filialen bleiben."
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