Baubiologe Reiner Bäumler informiert über Schimmelbefall in Gebäuden
Die Kleinsten sind hochgiftig

Schimmelpilze haben sich über Jahrmillionen hinweg ihr Überleben gesichert. Die sind sehr anspruchslos, halten sich aber sehr lange.
Weiden. (uz) "Wenn man Schimmelpilze unterm Mikroskop betrachtet, haben mache eine richtig schöne Struktur. Andere schauen recht wüst aus." Vorsicht vor den Mykotoxinen, die sich an den Wänden einnisten! Die winzig kleinen Pilze können ganz schön giftig sein. Über den Mikrostaub gelangen sie in alle Lebensbereiche. Also auch in die Lungen.

Der Schein trügt

Baubiologe Reiner Bäumler stellte in der Volkshochschule die unterschiedlichen Typen des Schimmelpilzes vor. Pilze, die oft recht gefährlich aussehen würden, weil sie sich großflächig verteilten, seien oft gar nicht so gesundheitsschädlich, wie es den Anschein habe. Hingegen seien die ganz kleinen Pünktchen, "ganz unscheinbare, die irgendwo verteilt sind, hochtoxisch." In den Innenräumen könnten Pilze die Gesundheit besonders leicht gefährden, weil hier den vielfältigen Regulationsmechanismen, wie sie im Freien vorkämen, statische Prozesse gegenüberstünden. Die führten letztendlich zur Steigerung der Belastung durch eine zunehmende Anreicherung gesundheitsschädlicher Stoffe.

Was die Schimmelpilze so gefährlich mache, sei die Tatsache, dass sie in Innenräumen über längere Zeit auf den Körper einwirken könnten. Je massiver der Schimmelpilzbefall mit potenziell infektiösen Erregern, desto höher das Risiko für den Menschen, daran zu erkranken. An Beispielen machte der Referent deutlich, dass Pilze im Haushalt lebensgefährliche Auswirkungen haben könnten.

Oft bildeten gerade die im Wohnumfeld eingesetzten Materialien, wie dämmende Farbstoffe, die Basis für die Freisetzung von Giftstoffen aus Untergründen, Baumaterialien, Farben, Lacken. In Innenräumen hätten Schimmelpilze nichts verloren, so der Baubiologe aus Weiden. Schimmelpilzschäden müssten eliminiert werden. "Die lassen sich nicht so ohne weiteres beseitigen. Die haben was dagegen, wenn man ihnen die Nahrungsgrundlage entzieht."

Bis hin zur Depression

Das Krankheitsbild, von Schimmelpilzen ausgelöst, sei breit gefächert: Von allergischen Atemwegserkrankungen bis hin zu Depressionen. Es sei sehr schwierig, von Pilzen befallenen Gebäuden zu Leibe zu rücken. "Schimmelpilze sind ganz intelligente Mikroorganismen", erklärte Bäumler. "Die haben sich über Jahrmillionen hinweg ihr Überleben gesichert. Die sind sehr anspruchslos, halten sich aber sehr lange." Deshalb sei es im Zweifelsfalle immer ratsam, Fachleute zu Rate zu ziehen.
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