Baustein zur lebenswerten Stadt

Was macht die Stadt attraktiv? Dieser Frage stellt sich das IHK-Gremium Weiden als Sprachrohr und Impulsgeber der regionalen Wirtschaft immer wieder. Bei zahlreichen Diskussionen in den vergangenen Wochen hat sich eine positive Antwort herauskristallisiert: Die neue Stadtgalerie macht die Stadt attraktiv.

"Die Stadt gewinnt einen Magneten, der die Kundenfrequenz und die Einzelhandelsumsätze im gesamten Oberzentrum Weiden erhöht", fasst IHK-Gremiumsvorsitzender Gerhard Ludwig zusammen. Damit vom neuen Einkaufszentrum ein positiver Impuls auf die gesamte Innenstadt ausstrahlt, müssten jetzt aber Hausaufgaben zu den Rahmenbedingungen des Einzelhandels und der Stadtentwicklung gemacht werden. Denn die "Genetik des städtischen Organismus" werde durch mehrere Bausteine und deren Zusammenspiel geregelt.

Handel schafft Zentralität

Weiden ist eine Einkaufsstadt mit großem Einzugsgebiet. Gemessen wird das an der Zentralitätskennziffer. Hier liegt die Max-Reger-Stadt an der Spitze der kreisfreien Städte im Bezirk der IHK Regensburg für Oberpfalz / Kelheim. "Die hohe Zentralität schafft einen enormen Kaufkraftzufluss im Handel", weiß Ludwig. Aber diese Stärke leide seit dem Verlust des Hertie-Kaufhauses im Jahr 2009. "Die Innenstadt von Weiden hat in den letzten Jahren sukzessive an Attraktivität verloren."

Nur wenn sich das Angebot in der neuen Stadtgalerie mit dem der Geschäfte in der Altstadt ergänzt, könne der Negativ-Trend umgekehrt werden. "Alle müssen an einem Strang ziehen. Die Weidener Innenstadt soll ein ganzheitliches Einkaufserlebnis schaffen", ist der Geschäftsführer des IHK-Gremiums, Florian Rieder, überzeugt.

Das "Erlebnis Weiden" könne nur in einem attraktiven und funktionalen Umfeld gedeihen, sind sich die Wirtschaftsvertreter einig. "Die Stadtgalerie bietet uns die Gelegenheit, an den Themen Wohnen, Versorgung, Arbeit und Bildung zu arbeiten", erklärt Rieder. "Ein städtebauliches Entwicklungskonzept unter Federführung der Stadt kann langfristige Weichen stellen", fügt Vorsitzender Gerhard Ludwig hinzu. Dabei bringe sich das IHK-Gremium Weiden gerne konstruktiv ein.

Mehrere Kanäle bedienen

Der städtische Einzelhandel hat nur in der Kooperation eine Chance. Das gilt im Übrigen auch für sein Verhältnis zum Online-Handel. Hat man das Online-Geschäft lange als Todbringer der örtlichen Handelstreibenden beklagt, sehen Experten das Überleben des Handels in der Verknüpfung beider Welten. Strategien für sogenanntes Multi-Channeling werden derzeit im Weidener IHK-Gremium erörtert. "Es gibt Lösungen, in die sich der gesamte Innenstadthandel einbringen kann", lädt Rieder die städtische Händlerschaft zur Kooperation.
Weitere Beiträge zu den Themen: Juli 2015 (8669)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.