Bausteine erfolgreicher Kommunalpolitik: Ulrich Hoyer von der Friedrich-Naumann-Stiftung bietet ...
Der Thekentest und die Kiss-Regel

Stadtrat Reinhold Wildenauer (links) hieß Ulrich Hoyer von der FriedrichNaumann-Stiftung für die Freiheit in Weiden willkommen. Bild: sbü
(sbü) Warum bekam die FDP bei der Europawahl in Nordrhein-Westfalen in einem Wahlkreis nur 4 Stimmen und in einem anderen 45 Prozent? Was machen die Erfolgreichen anders und was kann man davon für die Kommunalpolitik lernen? "Bausteine erfolgreicher Kommunalpolitik" nannte sich der Vortrag von Ulrich Hoyer von der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit. Die Stiftung hatte auch zu der Veranstaltung im Alten Eichamt eingeladen. Unter anderem die Weidener Stadträte Reinhold Wildenauer, Reinhard Meier, Dr. Christian Deglmann und Philipp Beyer waren gekommen.

Erfolg planbar

Der erfahrene Kommunalpolitiker Hoyer, der sich auch als "Erfolgstrainer für Kommunalpolitik" bezeichnet, hatte zahlreiche Rezepte mitgebracht. Generell ist er der Meinung, dass der kommunalpolitische Erfolg planbar und überall möglich sei. "90 Prozent liegen in der Vorbereitung." Vorangehen müsse immer zuerst die Analyse: "Für wen machen wir Politik, wo drückt den Bürger der Schuh, welche Themen sind unterbesetzt und verstehen uns die Bürger überhaupt."

Dazu empfiehlt Hoyer auch einen "Thekentest": "Stellen Sie sich an eine belebte Theke und fragen die Anwesenden wofür Ihre Partei steht." Was sei deren Alleinstellungsmerkmal, solle erfragt werden. Aus den Antworten könne man die Ausgangslage für den Wahlkampf einschätzen. "Gut sein allein reicht nicht, der Wähler muss unser Produkt kennen", sagt Hoyer. Und dann richtete er an seine Zuhörer eine Empfehlung nach der anderen, anschaulich gespickt mit vielen Pointen.

Zunächst stellte er die Auswahl des Spitzenkandidaten in den Mittelpunkt: "Gewählt wird der Kümmerer. Und Leute wählen Menschen, die sie kennen." Wahlforscher würden diesen Satz immer wieder bestätigen. "Suchen Sie sich eine angesehene Person mit viel Führungserfahrung", rät Hoyer zudem. Diese Personen würden sich nie von selbst melden. Streit um Personen führe nur in die Presse und nicht ins Parlament. Deshalb müsse auch das Team gut zusammenpassen und am besten aus verschiedenen Berufen und verschiedenen Organisationen kommen.

Kunst der Vereinfachung

Das Unterbewusstsein des Bürgers müsse angesprochen werden. Nach Hirnforschern sei dies zehnmal so stark wie das Bewusstsein. Deshalb kommt von Hoyer der Rat "Visualisieren Sie die Probleme der Bürger", denn Bilder würden immer zuerst gesehen. Die "Kiss-Regel ( keep it simple stupid), die Kunst der Vereinfachung", müsse ebenso beachtet werden. Und viele der Empfehlungen Hoyers betreffen das persönliche Verhalten der Kandidaten. Begeistern könne nur derjenige, der selbst begeistert sei . Und "wer es jedem recht machen will, handelt selten richtig".
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