Bayernliga-Spieler Matthias Heckenberger erklärt seine Freistoßtechnik
Kunstschütze im Vaterglück

Matthias Heckenberger ist bei der SpVgg SV Weiden der Mann für die ruhenden Bälle. Bild: A. Schwarzmeier
Mal gibt er den Abräumer, wenn er gegnerische Angriffe im Mittelfeld unterbindet. Im nächsten Moment ist er Antreiber und Ballverteiler, einer, der von hinten heraus den Takt angibt, Spieltempo und -rhythmus bestimmt. Eine besondere Gabe des Fußballers Matthias Heckenberger kommt aber erst zum Vorschein, wenn das runde Leder ruht, die Kugel nahe an der gegnerischen Strafraumgrenze zum Freistoß bereit liegt.

Wie am vergangenen Samstag in Erlenbach. Heckenberger trat an und versenkte den Ball über die Mauer hinweg ins obere Tordreieck: 1:0 für die SpVgg SV Weiden, der Siegtreffer. "Es wurde Zeit, dass ich mal getroffen habe", sagt der 32-Jährige. "ich war in den vergangenen Spielen ja öfter nah dran. Aber es haben immer ein paar Zentimeter gefehlt." Nicht nur die Mannschaftskameraden beglückwünschten "Hecke" zu seinem Kunstschuss. Auch der Gegner spendete Beifall. "Heckenberger hat das klasse gemacht, das muss ich sagen", meinte Stefan Baier, Trainer des SV Erlenbach. Es ist nicht das erste Mal, dass dem Mittelfeldspieler ein solches Lob zuteil wird. Egal ob SpVgg Bayreuth oder 1. FC Nürnberg II, Darmstadt 98 oder Karlsruher SC II - bei allen seinen Stationen war Heckenberger der Mann für Freistoß-Situationen.

Konzentration und Blick

"Ich habe da so ein Gefühl im Fuß, eine Grunderfahrung, wie man einen Freistoß schießt", beschreibt er sein Talent. Gefühl? Grunderfahrung? Da muss es doch noch einen weiteren, besonderen Kniff geben. "Nein", sagt der gebürtige Erdinger. Wichtig seien Konzentration, der Blick dafür, wie die Mauer und der Torwart stehen, ob ein hoher oder flacher Ball Sinn macht. "Das sind vielleicht alles Kleinigkeiten. Aber in der Summe sind sie für einen gelungenen Freistoß wichtig", meint der Schütze. Das 1:0 in Erlenbach, es war für Heckenberger nicht irgendein Tor. Es war sein erster Treffer im schwarz-blauen Trikot. "Es fühlt sich natürlich gut an, wenn man der Mannschaft dadurch helfen kann", sagt er. Eine treffende Einschätzung. Dank ihm bleibt die SpVgg SV am Drücker.

Mit vier Siegen in Serie hat das Team von Trainer Tomas Galasek den missratenen Saisonstart hinter sich gelassen. Mittlerweile ist man mit 24 Punkten auf Tabellenplatz sieben angelangt, das Spitzenduo TSV Großbardorf und VfB Eichstätt (je 32) acht Zähler entfernt. Geht da noch etwas im Saisonverlauf? "Das wird schwer, weil die Spitzenteams bisher nur selten Punkte liegen lassen", meint Heckenberger. Aber für unmöglich hält er den Sprung weiter nach vorne nicht. "Im Kader gab es bei uns zu Saisonbeginn einen Umbruch, da ist es noch nicht gelaufen. Mittlerweile haben wir aber die Abläufe verinnerlicht, uns aufeinander eingestellt", erklärt er.

Als Ziel nennt Heckenberger, "möglichst viele Punkte" bis zur Winterpause zu sammeln: "Dann können wir schauen, ob Luft für einen Spitzenplatz ist." Im Heimspiel am Freitag um 19 Uhr gegen den SC Eltersdorf ist eine Niederlage also verboten. Nicht tabu ist allerdings ein weiteres Freistoßtor von "Hecke". Für die richtige Motivationsspritze könnte ein ganz besonderes Ereignis sorgen. "Ich werde in den kommenden Tagen Vater", verrät er. So beschwingt, muss es doch gegen Eltersdorf ein zweites Mal klappen.
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