Bayernwerk gliedert Stromnetz in Weiden in eigenständiges Unternehmen aus - Einstieg der ...
"Bett für die Hochzeit" bereits vorbereitet

Karl Krapf, Leiter Steuerung Kommunen und Kooperationen der Bayernwerk AG, ist zugleich Geschäftsführer der Stromnetz Weiden.
Lokales
Weiden in der Oberpfalz
25.09.2015
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Es gab einige Irrungen und Wirrungen bei den Versuchen der Stadtwerke, das Stromnetz in Weiden zu übernehmen. Die Parteien zogen sogar vor Gericht. Und entdeckten dann doch, dass sie miteinander können. Stadtwerke und Bayernwerk wollen in einer gemeinsamen Gesellschaft zusammenarbeiten. Der Ehevertrag ist zwar noch nicht ausgehandelt. Aber: "Das Bett für die Hochzeit ist bereits vorbereitet", betont Karl Krapf, der Geschäftsführer der Stromnetz Weiden GmbH & Co. KG, die seit 31. Juli besteht. Sie ist zunächst noch 100-prozentige Tochter der Bayernwerk AG.

Es ist geplant, alle Stromnetzanlagen im Gebiet der Stadt Weiden zum 1. Januar 2016 auf diese Gesellschaft zu übertragen, erklärt Krapf, selbst gebürtiger Weidener, am Freitag gegenüber dem NT. Den technischen Betrieb des Stromnetzes führt weiterhin das Netzcenter des Bayernwerks in der Moosbürger Straße durch. Es bleibt der Ansprechpartner für Netzkunden zum Beispiel bei Hausanschlüssen, Baustrom, oder der Anbindung von EEG-Anlagen.

Die neue Stromnetzgesellschaft werde ab 2016 eigene Netzentgelte haben, die sich zum Teil von den "Tarifen" des Bayernwerks unterscheiden. Die Veröffentlichung dieser neuen Netzentgelte erfolgt Ende Oktober. Für die "normalen" Stromkunden wirkt sich eine Veränderung der Netzentgelte jedoch nur aus, wenn der Lieferant diese im Strompreis weitergibt.

Mit der Gesellschaftsgründung habe das Bayernwerk schon einmal die Möglichkeit geschaffen, dass sich die Stadtwerke in diesem Jahr oder auch später über einen Erwerb von Anteilen an dieser Gesellschaft am Stromnetz beteiligen können, so Krapf, der u. a. auch die Stromnetz GmbH in Pfaffenhofen und Kulmbach führt.

Die Netzübernahme durch die neue Gesellschaft ist zum 1. Januar 2016 nötig, da dies nur zum Jahresbeginn möglich ist, erklärt Krapf. Hinzu kommt, dass 2016 ein sogenanntes Fotojahr ist: Auf Basis der 2016 anfallenden Kosten werden die Netzentgelte für die nächste fünfjährige Regulierungsperiode, die 2019 beginnt, von der Behörde genehmigt.
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