Beeindruckende Medizintechnik

Mit dem Simulationsraum für Operationen verfügt die OTH in Weiden über eine in Deutschland extrem selten gute Ausstattung, sagte Prof. Dr. Clemens Bulitta, als er den Zuhörern der medizintechnischen Vortragsreihe seine Forschungsräume präsentierte. Bild: sbü

Die medizintechnischen Labore im WTC gehören zu den besten in ganz Deutschland. Deshalb überrascht es nicht, wenn die Weidener Medizintechnik-Professoren auch erstaunliche Forschungsergebnisse präsentieren.

(sbü) Dass Medizintechnik immer bessere Behandlungsmöglichkeiten eröffnet, wurde bei Vorträgen in der OTH anschaulich bewiesen. "Medizintechnik von morgen" war die gemeinsame Veranstaltung von IHK und OTH mit drei OTH-Professoren überschrieben. Dabei wurde weniger wissenschaftliche Grundlagenforschung präsentiert, sondern vor allem neue Therapien für Volkskrankheiten. "Schilddrüsenerkrankungen stehen an sechster Stelle der Top- Ten-Erkrankungen", sagte OTH-Professor Dr. Ralph Ringler. Dazu hätte unter anderem auch die Katastrophe von Fukushima beigetragen.

Die Schilddrüse lebe von Jod. Wenn radioaktives Jod aufgenommen werde, bestehe die Gefahr von Schilddrüsenkrebs. Mit nuklearmedizinischen Untersuchungen werde die Schilddrüse durchleuchtet. "Radioiod-Test" nenne die Wissenschaft eines dieser Verfahren. An Phantomen wird deshalb in den Weidener Laboren zum Beispiel untersucht, "wie viel radioaktive Substanzen verwendet werden dürfen" , sagte Prof. Ringler.

Medizintechnische Fortschritte der Untersuchungsmethoden , damit eine bessere Behandlung möglich wird, präsentierte auch Professor Dr. Peter Hassenpflug am Beispiel der Leberchirurgie. Die Leber sei das einzige Organ, das wieder nachwachsen könne. Aber mindestens 20 Prozent müsse der "gesunde Anteil" betragen. Um erfolgreich operieren zu können, müssten zum Beispiel Krebsgeschwüre "exakt lokalisiert werden. "CT-Daten in dreidimensionaler Darstellung ermöglichen dies", sagte er. Und die Prozesskette würde ständig verbessert. "Sieben Diplom-Arbeiten und vier Doktorarbeiten haben dazu beigetragen." Damit will Hassenpflug die Praxisorientierung der medizintechnischen Forschung an der OTH belegen. Bedeutung habe diese Forschung auch für die "Lebendspenden", bei denen Angehörige Teile ihrer gesunden Leber an nahe Verwandte übertragen lassen.

Für das meist fachkundige Publikum stellte Professor Dr. Michael Wehmöller für die Zahnmedizin die "Dentaltechnik der Zukunft" vor. Derzeit seien diese Verfahren nur für "kleine Inlays" schon möglich. Neue Verfahren basierten auf "Scanverfahren, CAD-Modelle der Zähne, CNC- und digitale Technik". Kiefergelenkuntersuchungen und Zahnuntersuchungen könnten kombiniert werden. Ähnlich wie auch bei neuen Techniken für Hüft- oder Kniegelenke könne zukünftig mit der neuen Dentaltechnologie der Individualität des Patienten besser Rechnung getragen werden. Allerdings würden viele Zahnlabore noch vor den hohen Investitionskosten zurückschrecken.
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