"Begreift ihr meine Liebe?"

Urlaub, Sonne und Traumstrände. Doch die Bahamas haben jenseits des vermeintlichen Tourismus-Paradieses mit großen Problemen zu kämpfen. Und die sind auf den Inseln so groß, dass sie in den Mittelpunkt des Weltgebetstages, der größten ökumenischen Basisbewegung von Frauen, rückten.

(kzr/uz) In den Weidener Pfarreien stand der Weltgebetstag unter dem Motto "Begreift ihr meine Liebe?", den die Frauen kreativ gestalteten. Die Vorsitzende des Frauenbundes St. Elisabeth, Christine Hüttner, informierte über die Situation der Frauen auf den Bahamas. Sie warf dabei einen Blick hinter die touristischen Reiseplakate und zeigte das Alltagsleben der Frauen mit all seinen Problemen, wie Armut, Krankheit, Perspektivlosigkeit und die hohe Verbreitung von Gewalt gegen Mädchen. 17 der 30 bewohnten Inseln der Bahamas kamen im Gottesdienst "zur Sprache". Schwungvolle Lieder, vorgetragen von einem ökumenischen Frauenensemble und musikalisch begleitet von Chordirektor Alfred Kreuzer sowie Gemeindereferentin Waltraud Dobmann, luden die Gäste zum Mitsingen ein.

Drei Frauen stellten auf eindrucksvolle Weise den biblischen Text der Fußwaschung dar. Nachdem Jesus seinen Jüngern die Füße gewaschen hat, heißt es dort: "Begreift ihr, was ich für euch getan habe? Tut füreinander, was ich euch getan habe."

Ein Zeichen gelebter Solidarität war die Kollekte im Gottesdienst für verschiedene Hilfsprojekte auf den Bahamas und in vielen anderen Ländern, auf die Pia Winter von der Pfarrei Maria Waldrast hinwies.

Auch in der Pfarrei Herz Jesu lernten beim Weltgebetstag die Frauen die Lebenssituation auf den Bahamas kennen. Die karibische Gelassenheit, die Tauchparadiese und Traumstrände stehen im krassen Widerspruch zur spürbaren wirtschaftlichen Abhängigkeit vom Tourismus mit all seinen Begleiterscheinungen und den Notlagen der Menschen, betonte Vorsitzende Beate Köstler, die auch die Vertreterinnen der evangelischen Schwestergemeinde Kreuz Christi begrüßte. Musikalisch gestalteten Chordirektor Peter Kosmus mit Chorsängerin Martina die Andacht. Für den Wortgottesdienst zeichnete Gemeindereferentin Doris Schmidt verantwortlich. Den Abendsegen spendete Edith Lang.

In Bildung investieren

Doris Schmidt ging auf die Problematik auf der Insel ein. Es gebe dort sehr viele Teenie-Mütter. Außerdem habe der Inselstaat mit HIV zu kämpfen. Andererseits floriere der Tourismus. "Es kommt viel Geld rein." Aber es gehe auch darum, die Einnahmen ein Stück weit gerecht zu verteilen. Die Kirche wolle verstärkt in Bildung investieren, damit die Menschen, vor allem Kinder und Jugendliche die Chance eingeräumt bekämen, ihr Auskommen zu finden.
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