Bei Festnahme unter Drogen

Einer hat schon gestanden. Der andere will nicht dabei gewesen sein. Die Einbruchserie und die Autoaufbrüche vom Mai dieses Jahres in Mitterhöll und auf der Konradshöhe lastet Oberstaatsanwalt Rainer Lehner jedoch beiden Angeklagten an, einem 38- und einem 47-Jährigen.

In Hof hatte der Jüngere - wie bereits zugegeben - zudem einen Porsche Cayenne gestohlen und mit ihm einen Unfall gebaut. Den Schlüssel dazu hatte er, nebst Bargeld und Dokumenten, aus einer Wohnung gestohlen.

Nachdem am ersten Verhandlungstag schon 18 Geschädigte geschildert hatten, wie sie die Einbrüche bemerkt hatten und was das Diebesgut wert war, sagte am Mittwoch ein knappes Dutzend weiterer Zeugen aus. Darunter die Polizisten und Zollbeamten, die den Älteren an einem Pendlerparkplatz an der A 6 festgenommen hatten. Aufgefallen war er, weil sich in seinem Auto ein in Weiden entwendeter Motorroller und Einbruchswerkzeug fanden. Außerdem, so sagte ein Zollhauptsekretär aus, sei der Fahrer, der zudem mit Haftbefehl gesucht wurde, offensichtlich unter Rauschgifteinfluss gestanden.

Ermittlungsrichter Hubert Windisch berichtete, dass der festgenommene Ältere in seinen Vernehmungen "viel Unsinn" erzählt hatte. Laut Ermittlungsrichter Wolfgang Höreth hatte der Jüngere seinen Kumpan schon damals entlastet. Der Beschuldigte habe damals gesagt, er habe diesen bei der Polizei nur deshalb als Komplizen benannt, weil er gedacht habe, damit besser wegzukommen. Auch habe der Koch berichtet, er sei in der Tschechei arbeitslos - "und von etwas müsse er ja leben". Jetzt arbeitet er übrigens in der Küche der Justizvollzugsanstalt.

Weil sich im Laufe der Verhandlung der Verdacht immer mehr erhärtete, dass die Angeklagten zum Zeitpunkt ihrer Taten unter Drogen standen, setzte Amtgerichtsdirektor Gerhard Heindl das Verfahren aus. Wenn Landgerichtsarzt Dr. Bruno Rieder ein Gutachten bezüglich ihrer Schuldfähigkeit erstellt hat, geht es weiter - voraussichtlich am 24. September.
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