Bei Zuwanderung im Einklang mit Uli Grötsch (SPD) - Differenzen beim Mindestlohn
Wirtschaft bejaht die Migration

Eineinhalb Stunden lang pflegten Wirtschaft und Politik das Gespräch. Von links Stefan Rank, Jürgen Spickenreuther, MdB Uli Grötsch und Cornelia Meichner.Bild: Steinbacher
Weiden. (cf) Wenn die Beteiligten von einem "offenen Gespräch" berichten, heißt das nicht, dass sie in allen Punkten einig sind. Beim Mindestlohn schieden sich zwischen dem Wirtschaftsclub Nordoberpfalz und dem Bundestagsabgeordneten Uli Grötsch (SPD) die Geister.

Der MdB sieht "keine Überregulierung" bei der Dokumentations- und Aufzeichnungspflicht und deshalb auch "keinerlei Korrekturbedarf" am Gesetz; Präsident Jürgen Spickenreuther hält "zu viel Regulierung für schädlich". Grötsch unterschied allerdings zwischen den "ehrlichen, tüchtigen Unternehmern in der Region - und anderen." Vize-Präsident Stefan Rank mahnte "praxisgerechtere Entscheidungen" in der Politik an. Tiefe Übereinstimmung gab es beim Thema Migration. "Der Bedarf ist da. Die Wirtschaft braucht Fachkräfte", betonte Spickenreuther. "Wer ausländische Fachkräfte ablehnt, gefährdet unseren Wirtschaftsstandort. Wer ausländische, arbeitsunwillige Menschen hereinlässt, gefährdet ebenfalls unseren Standort und unseren sozialen Frieden."

Rank stellte fest, dass man nicht nur die Arbeitskräfte, sondern in ihnen die Kunden der Zukunft sehen müsse. Spickenreuther meinte, dass die Qualifikation der Zuwanderer ungleich höher sei als noch vor einigen Jahren: "Lieber arbeiten doch ausländische Fachkräfte in unseren Unternehmen, als dass sich unsere Unternehmen ins Ausland bewegen müssen." Er habe Flüchtlinge erlebt, "die einen Bildungshunger haben und denen unsere Schulferien zu lange sind". Grötsch unterstrich die Bedeutung von Zuwanderung für den Arbeitsmarkt, den Erhalt der Schulen auf dem Land und die Vereine. "Migration ist wichtig, um der Abwanderung entgegen zu wirken."

Thema Elektrifizierung der Bahnstrecke Regensburg-Hof: MdB Grötsch zweifelt nicht an der Aufnahme des Projekts in den neuen Bundesverkehrswegeplan als "vordringlicher Bedarf". Die Entscheidung falle im Spätsommer dieses Jahres.
Weitere Beiträge zu den Themen: April 2015 (8563)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.