Beim Bock der Feuerwehr gab's "Bier-germeister" und auch ein Couplet
Quirlig und umgedrehter Spieß

Nicht nur die großen Brauereien liefern einen süffigen Doppelbock, sondern auch regionale Bräuer wie der Fuchsbeck. Der edle Saft wurde beim Bockbierfest der Feuerwehr Haunritz-Högen mit viel Musik und Unterhaltung im Gasthof Alter Fritz kredenzt. Der Andrang füllte rasch den Wirtshaussaal.

Zum quirligen Drängen der Gäste und Bedienungen spielten die Kirchenreinbacher Spitzboum auf der Kleinkunstbühne ihre bodenständig- lustigen Weisen. Doch sie wurden bald von einer zusammengewürfelten Bockbierband abgelöst, die in bester Rap-Manier "Auf geht's, jetzt ist's wieder so weit" das abendliche Thema vorgab.

Klärende Wirkung

Nach dem Abmarsch blieben FFW-Vorsitzender Jörg Herrmann und sein Vorgänger Günther Steger für die Begrüßung übrig. Hier kamen die zu "Bier-germeistern" beförderten Gemeindeoberhäupter Jörg Fritsch (Pommelsbrunn) und Reiner Pickel (Weigendorf) dran. Bei letzterem prophezeite der im besten Neugirg-Stil vorgetragene Hinweis auf die klärende Wirkung des Schnupftabaks eine Karriere bis in die Landespolitik.

Beifall brandete bei der Vorstellung von Bräu Armin Ertel auf. Nach musikalischem Zwischenspiel erschien unter dem Psalm "Dona nobis pacem" ein verkleidetes Duo, das als Franz-Peter Trebartz-von Elst (Werner Pickel) mit Partner Roberto (Robert Merkel) die Bescheidenheit anpries mit Fruchtsäften, die aber beim Publikum nicht ankamen. Erst beim Bock gab's Zustimmung.

Dann erschienen "drei Patrioten", die das Heimatlied "Bayernstolz" in bestem Dialekt und dem Refrain "Da weißt es ganz genau, du bist in Bayern" vorstellten. Johannes Kempf und Jörg Herrmann (Gitarre) hatten allerlei lustige Episoden auf Lager, die Dolmetscher Gerd Bergmann ins Hochdeutsche übersetzte.

Im Mund umgedreht

Nach flotter Blasmusik und Bühnenumbau kam als fester Bestandteil des Programms ein lustiger Sketch. Das Vorstellungsgespräch zwischen einem Personalchef (Martin Bergmann) und einem nicht gerade arbeitswilligen Kandidaten aus dem Hartz-IV-Bereich (Gerd Bergmann), der jedes Wort im Mund umdrehte, endete mit dem für das Jobcenter benötigten Anwesenheitsstempel.

Die Metropolregion samt Austausch von Stadt und Land nahm Günther Steger aufs Korn. So sei es üblich, dass Stoderer gerne zu uns zur bodenständigen Gastronomie kämen und manches Schmankerl mitnähmen. Er drehte den Spieß um und schaute sich in Nürnberg um, wo Auswüchse von Handel und Filialistentum nicht gerade sein Fall waren. Zum guten Abschluss trug Wirt Reiner Mayer, begleitet von Jörg Herrmann (Gitarre) und Johannes Kempf (Akkordeon), ein Couplet von Otto Reutter vor. Das wohl klassische Stück dieses Metiers "Nehmens an Alten" zeigte in vielen Lebenslagen die damit verbundenen Vorteile: der Beifall unterstrich die Lebensnähe.
Weitere Beiträge zu den Themen: März 2015 (9461)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.