Beim Weinleseabend gibt Orientierungshilfe im Dschungel der Neuerscheinungen
Von Glückskindern und Mördern

Carolin Weidner (von links), Susanne Weihermüller und Maria Rupprecht stellten den Gästen beim Weinleseabend ausgewählte Bücher vor. Bild: uz
Jedes Jahr purzeln tausende neue Buchtitel aus den Druckmaschinen der Verlage. Für den Leser ist es ungemein schwer, den Überblick zu behalten. Und genau aus diesem Grund lädt die Buchhandlung Rupprecht Jahr für Jahr zum großen Weinleseabend. Ein Angebot, das Weidens Leseratten auch gerne annehmen, wie die Resonanz zeigte.

In vier Blöcken stellten Maria Rupprecht, Susanne Weihermüller und Carolin Weidner ihre Lese-Empfehlungen vor, dazu reichten sie den Gästen Wein. Unter den Vorstellungen war "Das Seelenhaus" von Hannah Kent. Aus gesellschaftswissenschaftlicher Perspektive reflektiert die Autorin die historische Rolle der isländischen Rechtsprechung bei der Deutung der Todesstrafe im frühen 19. Jahrhundert, wo die Delinquenten bis zur Hinrichtung für Gotteslohn auf Bauernhöfen mitarbeiten mussten.

Auf dem Tisch der Neuerscheinungen lag auch Ferdinand von Schirachs These "Die Würde ist antastbar". Der Autor glaubt nämlich, dass jeder Mensch zum Mörder werden könne, sollte er nur über Jahrzehnte "schlimmen Umständen" ausgeliefert sein. Weitere Titel waren "Gebete für die Vermissten" von Jennifer Clement, "Der Gedanke an das Glück und an das Ende" von Jean-Luc Seigle, "Glückskind" von Steven Uhly, Fredrik Backmans "Ein Mann namens Ove" und "Der Mann mit den schönen Füßen" von Arto Paasilinna.

"Die Wunderübung" von Daniel Glattauer und "6 Uhr 41" von Jean-Philippe Blondel präsentierte Maria Rupprecht in der Hörbuchfassung. Susanne Weihermüller beschäftigte sich mit zwei Büchern: einem Männer-Roman, der von einem völlig unehrgeizigen Journalisten erzählte ("Geschenkt" von Daniel Glattauer) und der Alzheimer-Geschichte "Einfach unvergesslich" von Rowan Coleman. "Eher was fürs Herz", wie die Referentin erklärte.

Caroline Weidner stellte "Die Lügen der Anderen" von Mark Billingham vor. "Ein Thriller, der aus der Rolle fällt, weil es nicht diesen typischen Ermittler gibt." Judith Hermanns "Aller Liebe Anfang" sei eine Art Wohnzimmergeschichte, die der gegenseitigen Zuneigung von Ehepaaren auf den Grund gehe.

Ferner favorisierte sie den Historienroman "Zorn des Himmels" von Richard Dübell, der die Umstände des Frankfurter Magdalenenhochwassers von 1342 schildert. Ein Buch, "das gut tut und das ein Happy End hat": Katarina Bivalds "Ein Buchladen zum Verlieben" - ein typischer Frauenroman. "Das englische Mädchen" von Daniel Silva handle von einem Kriminalfall. Und Martin Suters "Alles im Griff" sei ein Spionagethriller mit zeitgeschichtlichen Bezügen, bei dem "Putin schlecht wegkommt".
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