Bekenntnis zur Stadtgalerie

Die Stadtgalerie bewegt die Gemüter. Die meisten Weidener sehnen sie herbei. Doch nie haben sich so viele Bürger zu einem Bebauungsplanentwurf geäußert. Noch nie sahen so viele Anlieger ihre Interessen tangiert: Nie waren so viele Rechtsanwälte eingeschaltet. Und selten war das Votum im Bauausschuss eindeutiger: Die Stadtgalerie soll kommen.

Bauamt, Investor Fondara und das beauftragte Planungsbüro Dragomir ordneten die Einwände, Anregungen, Hinweise und Wünsche. Sie sorgten für eine sach- und fachgerechte Abwägung, so dass allein dieses Bündel der Stellungnahmen auf 99 Seiten anwuchs. Mit dem Bebauungsplanentwurf selbst kommen 122 Seiten zusammen.

Ingenieurin Bettina Gerlach fasste in ihrem Vortrag am Donnerstag im Bau- und Planungsausschuss die drei Hauptthemen zusammen: Verkehrsführung, Höhenentwicklung von Parkdeck und Stadtgalerie sowie die befürchtete Lärmbelästigung. Gerlach versicherte, dass sämtliche gesetzlichen Bestimmungen strikt eingehalten würden. Weitere Expertisen wie die Auswirkungsanalyse folgen.

Beim Studium der Unterlagen wird im Ausschuss schnell deutlich: Die Anlieger wollen ihre Interessen wahren. Das ist legitim. Doch manch einer will zu viel. Da werden schon mal vorschnell Schallschutzfenster gefordert. Ein anderer droht damit, das eigene Haus zum Asylbewerberheim umzugestalten, wenn die bisher benutzten städtischen Stellplätze vor seiner Haustüre wegfallen.

Auch gern kritisiert: Die geplante Erschließung und Höhe des Parkdecks. Je nach Lage der eigenen Immobilie der Einwender sollten die Zu- und Abfahrten von der Sedan- oder Wolframstraße in die Luitpoldstraße geschoben werden.

Klar wurde aber auch, dass der Investor den Nachbarn weitestgehend entgegenkommt, etwa durch den Verzicht auf den Kino-Aufbau, durch das Abrücken von der Baugrenze, durch zurückgezogene Staffelgeschosse in der oberen Etage, durch die Verlegung der Parkdeck-Ausfahrt auf die Höhe eines unbebauten Grundstücks in der Sedanstraße.

Einstimmig billigten die Stadträte den Entwurf, beschlossen die nächste öffentliche Auslegung der Unterlagen zur erneuten Beteiligung der Behörden und sonstiger Träger öffentlicher Belange. Die Stadtgalerie ist damit auf einem guten Weg.

Musik in den Ohren von Fondara-Vorstand Thomas Schumacher, der mit seinem Stab zuhörte, waren sicherlich die Stellungnahmen der Sprecher aller Fraktionen, die ein uneingeschränktes Bekenntnis zur Stadtgalerie abgaben.
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