Berufsschule sucht Unterstützung

Flagge zeigen für die Berufsschule? OB Kurt Seggewiß (von rechts) und MdB Uli Grötsch versprechen jedenfalls Einsatz für die Bildungsstätte. Dass der nötig ist, erläutern Schulleiter Josef Weilhammer, die Fachlehrer Ulrich Krapf und Thomas Glaser sowie der Abteilungsleiter Metall, Richard Lang. Bild: Steinbacher

Die Europa-Berufsschule hat einen Investitionsbedarf von bis zu drei Millionen Euro. Unter anderem fordern die Lehrkräfte eine Modernisierung der Ausstattung. Etwa der Maschinen, an denen die Schüler lernen. Denn sonst blieben die Ausbildungsberufe auf der Strecke.

Sie sieht von außen vielleicht nicht so aus. Trotzdem, sagt Leiter Josef Weilhammer, die Europa-Berufsschule (BS) sei im Grunde "eine Riesenbaustelle". Gemeint sind dringend nötige Investitionen - nicht nur baulich, sondern auch in die Ausstattung -, die sich in den zurückliegenden Jahrzehnten aufgestaut hätten. Auf grob zwei oder drei Millionen Euro beziffert Weilhammer den Bedarf gegenüber Bundestagsabgeordnetem Uli Grötsch und Oberbürgermeister Kurt Seggewiß.

Anbau für Kfz-Technik

Die beiden Sozialdemokraten sind zu Besuch in der Schule. Für die BS, erläutert ihnen Weilhammer, wäre ein Anbau für den Bereich Kfz-Technik/Mobilität wichtig, ebenso ein Umbau der Mensa. Aber auch eine Modernisierung der Ausstattung, etwa der Maschinen, an denen die Schüler lernen.

Das Problem für die Berufsschule: Die Ausbildung mag dual sein, die Finanzierung ist eher eindimensional. Sie obliegt vorwiegend der Stadt als Sachaufwandsträger. Die leiste dabei auch "ihr Möglichstes", wie Weilhammer betont. Trotzdem seien hier natürlich irgendwann einmal Grenzen erreicht. Und "der Bund hält sich vornehm zurück".

Genau das möchte Grötsch ändern. Nachdem im Zuge einer Verfassungsänderung der Bund nun auch bei der Finanzierung von Hochschulen einsteigen kann, solle dies doch auch für Berufsschulen möglich gemacht werden. Die SPD-Fraktion fordere das schon seit Jahren, erläutert Grötsch. Freilich: Ob es so weit kommt, ist offen. Ebenso die Frage, wann. Schnelle Abhilfe für die BS bringt das jedenfalls nicht. Weshalb Grötsch gleichzeitig zusichert, sich für die Einrichtung in der Stockerhut einzusetzen, wenn sich Fördermöglichkeiten auftun.

Womöglich sind die Akzente in der deutschen Bildungspolitik aber auch insgesamt ein wenig ungleich gesetzt. So beklagt Grötsch einen "Akademisierungswahn". Es sei zwar richtig, dass im Bereich der Hochschulbildung viel bewegt worden sei, "aber das Pendel ist zu weit ausgeschlagen", pflichtet stellvertretender BS-Leiter Thomas Neumann bei. Dabei bestehe die Gefahr, dass die Ausbildungsberufe auf der Strecke bleiben. Nicht nur bei der finanziellen Förderung, sondern auch in den Köpfen der Menschen. Womöglich ein Grund für unbesetzte Lehrstellen.

Zu Unrecht, erklärt BS-Lehrer Ulrich Krapf. Er kenne genug ehemalige Schüler, die in rascher Zeit, etwa als Selbstständige, viel erreicht haben. Grundlage dafür ist natürlich eine gute Ausbildung auch in der Berufsschule.

Dass die möglich ist, dafür setzten sich gerade die Lehrer weit übers geforderte Maß hinaus ein, betont Weilhammer. Wenn aber die Lehr-Maschinen nicht mehr zeitgemäß sind, wenn es "in unseren Werkstätten an allen Ecken und Enden brennt", dann helfe auch so ein Engagement nur mehr bedingt. Manchmal, sagt denn auch Richard Lang, Abteilungsleiter Metall an der BS, sei es halt auch "frustrierend".
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