Beschwerden der Stadträte im Hauptverwaltungsausschuss - Schilderwald wächst
Bei den Radfahrern angeeckt

Ist's eine Hassliebe? Die Liebe zum Rad, aber der Hass auf die Radfahrer? Gerade die Stadträte, die gern betonen, dass sie mit dem Radl unterwegs sind, sagten im Hauptverwaltungsausschuss wenig Schmeichelhaftes über die Radfahrer. Hans Forster (CSU) forderte sogar verschärfte Kontrolle bei Radfahrern, die ohne Licht unterwegs sind.

Bei den meisten Radl-Unfällen sind die Radfahrer selbst schuld. Zu ihren Opfern zählen oft die noch schwächeren Fußgänger. Vor allem deshalb, weil immer mehr Radfahrer - wegen fehlender Radwege - die Gehsteige nutzen, bemerkte Gisela Helgath (Grüne). Eine gefährliche Wahl der Radfahrer, stellte Polizeihauptkommissar Johann Wurm fest. Wenn es schon keine Radwege gebe, so seien die Radfahrer am besten auf der Straße, nicht aber auf dem Bürgersteig aufgehoben. Er räumte ein, dass Radfahrer nur schwer zur Raison gebracht werden könnten: "Wir belassen es bei Belehrungen. Es ist ein langwieriger Kampf und ich weiß auch nicht, ob wir ihn je gewinnen."

Auch Brigitte Schwarz (SPD) beschwerte sich über die Radler, "die wie die Verrückten durch die Fußgängerzone düsen". Wurm zeigte Verständnis für die Radfahrer: "Es ist rein physikalisch ziemlich schwer, in Schrittgeschwindigkeit zu radeln."

Die fehlenden Gelder bewahren einige Einbahnstraßen - zunächst - vor einem drohenden Schilderwald. Denn der entsteht, wenn die Einbahnstraßen für Radfahrer auch in gegenläufiger Richtung geöffnet werden. Rechtsdezernent Hermann Hubmann gab den Stadträten eine kleine Auswahl der Zusatzschilder sowie der Markierungen etwa für "Ausfahrschleusen". Wenig begeistert zeigte sich Heiner Vierling (CSU): "Wir haben in Weiden schon einen Schilderwald, der schreibt sich Sie."

Mittelfristig geöffnet werden soll die Johannisstraße nicht nur zwischen Leibniz- und Naabstraße (schon seit Jahren geplant), sondern bis hinauf zur Bahnhofstraße. Diese Trasse wäre dann auch die durchgängige Verlängerung der Achse Weißenburgstraße, Postgasse, des verkehrsberuhigten Bereiches der Bürgermeister-Prechtl-Straße und der Scheibenstraße in jeweils beide Richtungen. Finanziert werden soll der fünfstellige Betrag im nächsten Jahr.
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