Beschwerden über lange Wartezeiten beim Abschlussball der Mittelschulen und der Stötzner-Schule
Nach heißem Tanz auf dem Trockenen

Weiden. (ps) Tanzen macht durstig, das ist bekannt. Doch wer beim Abschlussball der Mittelschulen aus Weiden, Pirk und Weiherhammer sowie der Stötzner-Schule seinen Durst stillen wollte, der musste sich offenbar gewaltig in Geduld üben: Von 30 Minuten bis zu zweieinhalb Stunden reichen die Angaben über die Wartezeiten. "Die Versorgung in der Max-Reger-Halle war katastrophal", ärgert sich Tanja Schöner, die sich deshalb an den "Neuen Tag" wandte.

Ganz so drastisch urteilen zwar nicht alle Ballgäste, die der NT befragt hat. "In unserer Reihe mussten aber alle sehr lange warten", schildert die 41-Jährige ihre Beobachtungen. Andrea Klein, die an diesem Abend mit ihrer Familie am selben Tisch saß wie Familie Schöner, erzählt von rund zweieinhalb Stunden Wartezeit für ein Getränk. "Wir haben um 20 Uhr etwas zu trinken bekommen, und dann saßen wir bis etwa 22.30 Uhr auf dem Trockenen." Erst dann sei es ihr gelungen, bei der Bedienung zwei Getränke für ihren Sohn und dessen Tanzpartnerin zu bestellen. Sie hat keine schöne Erinnerung an diesen ersten Abschlussball, den sie als Mutter miterlebt hat, bedauert die 36-Jährige.

Beschämt und verärgert blickt Tanja Schöner auf diesen Ball zurück. Beschämt, weil sie Verwandte aus Frankfurt am Main zu Gast hatte, vor denen sie sich wegen des schlechten Services regelrecht blamiert fühlte. Verärgert, weil die Geschäftsfrau und sechsfache Mutter eigentlich mit ihrer gesamten Familie und den Verwandten beim Abschlussball von Tochter Natalie einen richtig schönen Abend verleben wollte. Doch das ging - ihrer Schilderung zufolge - gründlich daneben.

Ihre Kritikpunkte: "Ab 20 Uhr saßen wir komplett auf dem Trockenen." Jeder Versuch, eine Bestellung aufzugeben, sei mit der Antwort abgeschmettert worden: "Ich muss erst da vorne den Tisch bedienen." Deshalb habe sie den Rest ihrer ersten und letzten Cola auch ihrer 11-jährigen Tochter und den 4-jährigen Zwillingen zur Verfügung gestellt, die normalerweise eigentlich kein Cola trinken dürften. Selbstbedienung sei nicht möglich, habe die Bedienung erklärt. Tochter Natalie habe schließlich um 21.30 Uhr an der Bar im ersten Stock "um ein Glas Cola gebettelt", das man ihr zunächst nicht geben wollte, weil die Bar für eine andere Veranstaltung gedacht war.

Die Abschlussbälle ihrer beiden größeren Töchter - ebenfalls in der Max-Reger-Halle - seien sehr schön gewesen, versichert sie, auch was die Bewirtung betrifft. "Ich hatte mittags nichts gekocht, weil wir als ganze Familie am Ball essen wollten. Das haben wir dann aufgegeben. Gottseidank hatten wir die Pommes Frites für die Zwillinge gleich am Anfang bestellt, so dass die versorgt waren." Der Rest der Familie stillte seinen Hunger schließlich auf der Heimfahrt bei einem Stopp im Drive-Inn. "Da klappt der Service."

Wechsel ist angedacht

Auch Silvia Vezard von der für diesen Abschlussball zuständigen Tanzschule haben Beschwerden erreicht. "Manche konnten angeblich erst um neun Uhr oder um halb Zehn eine Bestellung aufgeben. Wir haben uns deshalb selbst beim Wirt beschwert." Hans-Rudolf Hüttel habe auf Ausfälle bei den Bedienungen verwiesen. Mit einer Selbstbedienungstheke für die Schüler hätte sich die lange Wartezeit womöglich vermeiden lassen. Ihre Konsequenz: "Wir zahlen jetzt doppelt so viel Miete und haben zugleich eine schlechtere Bedienung als letztes Jahr. Deshalb haben wir die Schulen nun angeschrieben, um abzuklären, ob wir den Abschlussball nächstes Jahr wieder in der Max-Reger-Halle abhalten sollen."

Hans-Rudolf Hüttel will von extrem langen Wartezeiten nichts wissen. Tatsächlich sei ihm eine Bedienung kurzfristig ausgefallen, die normalerweise die Selbstbedienungstheke für die Jugendlichen manage. "Bei mir an der Saaltheke wurde auch verkauft, um das abzulindern." Etwas Durcheinander herrsche immer bei Abschlussbällen, weil die Jugendlichen, die etwas bestellt hätten, oft auf der Tanzfläche seien. Außerdem müssten die Bedienungen die Ausweise kontrollieren, wenn Jugendliche Bier oder anderen Alkohol bestellen würden. Wartezeiten von mehr als 30 oder 45 Minuten könne er sich aber trotzdem nicht vorstellen. "Wenn jemand so lange gewartet hat, tut es mir leid."

Tanja Schöner zieht ihre eigene Lehre aus dem Erlebnis: "Beim nächsten Ball werde ich auf jeden Fall eine Eineinhalb-Liter-Flasche Wasser in meine Tasche packen." Nachgefragt
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