Bestandsaufnahme beim Aschermittwoch der CSU
Stadt Weiden lebt auf Kosten anderer

Fraktionschef Wolfgang Pausch (links) und Bundestagsabgeordneter Albert Rupprecht (Mitte) sprachen beim Politischen Aschermittwoch der CSU. Kreisvorsitzender Stephan Gollwitzer begrüßte die Gäste. Bild: Wilck
Für den Bundeshaushalt braucht die Weidener CSU nicht zu sammeln. Denn der ist erstmals seit 45 Jahren ausgeglichen, jubiliert Bundestagsabgeordneter Albert Rupprecht, der seit zehn Jahren auf der Regierungsbank sitzen darf. Beim politischen Aschermittwoch entdeckt CSU-Fraktionschef Wolfgang Pausch einen anderen Bedürftigen: die Weidener SPD. Denn die kann sich keine Vereinsbeiträge mehr leisten, die sie "bisher rechtswidrig aus den Fraktionsgeldern entnommen" habe. "Wir zahlen unsere Vereinsbeiträge aus der eigenen Tasche. Wir sammeln für die Genossen, damit sie weiter die Vereine unterstützen können", schlägt Pausch im Postkeller vor. Dafür gib's zwar tosenden Applaus, aber keine Zustimmung.

Ansonsten zeigt sich Pausch überraschend zurückhaltend. Angesichts anwesender Bürgerlisten-Stadträte wirbt er um mehr Unterstützung im Stadtrat. "Ich würde mir mehr Gemeinsamkeiten wünschen." Und er dankt im Rückblick auf die OB- und Stadtratswahlen allen Unterstützern. Die Wunden, die die mageren Ergebnisse schlugen, sind nicht verheilt, vor allem nicht beim Fraktionschef, der gestalten will. "Bei der Wahl haben sich nicht alle Wünsche erfüllt."

Stolz auf eigene Leistungen

Vor allem aber will er die großen Erfolge und Leistungen der Schröpf-Ära nicht klein reden lassen. Es sei einfach "eine Sauerei", wenn von Agonie in den Jahren 1976 bis 2007 gesprochen werde. Weiden habe sich großartig entwickelt. "Es war eine großartige Zeit. Es waren Menschen mit Pioniergeist am Werk. Etwas anderes will ich nicht mehr hören." Außerdem gelte: "Nicht der Pharao hat die Pyramiden gebaut. Es waren die Ägypter. Es waren die Weidener, die diese Stadt vorangebracht haben."

Doch von diesem Pioniergeist sei seit der Amtsübernahme von Kurt Seggewiß nichts mehr zu spüren. "Würden dieser Oberbürgermeister und die Genossen in der Wüste regieren, wäre nach der ersten Wahlperiode der Sand knapp." Heute könne die Stadt, die einst zu den wirtschaftlich starken Städten Bayerns gehörte, nur durch die Stabilisierungshilfen des Staates überleben. "Weiden lebt auf Kosten anderer. Das macht uns nicht stolz." So schön die neue FOS/BOS auch sei: Weiden hätte sich das Projekt nicht leisten dürfen. "Wir haben das Geld nicht gehabt." Zugleich werde bei den Schülerzahlen deutlich, dass Schulhäuser frei würden. Pausch betont aber auch, dass sich die CSU nicht schmollend zurückgezogen, sondern aktiv versucht habe, Zuschüsse schneller als geplant in die Stadt zu bringen.

Jeder im Stadtrat müsse sich der Verantwortung stellen und nach Einsparungsmöglichkeiten suchen. In der schwierigen Finanzlage gebe es sogar Lichtblicke: "Jetzt wird offen miteinander geredet." Die CSU stehe für eine solide Finanzpolitik. "Wir müssen wieder Herr der Dinge werden. Es gibt Auflagen, damit wir die Stabilisierungshilfen bekommen." Alle städtischen Einrichtungen müssten dabei auf den Prüfstand.

Eingehend widmet sich Pausch der Stadtkämmerin, die auch die Aufgaben des Rechts- oder des Baudezernenten mit übernehme. Während etwa die zur Sanierung anstehende Allee-Tiefgarage (im Zuständigkeitsbereich des Baudezernenten) sofort verkauft wurde, zögere Taubmann bei der Privatisierung der wesentlich teureren Max-Reger-Halle, die in ihr Ressort falle. Er habe den Eindruck, dass Kurt Seggewiß "wie Jim Knopf" und auch die SPD-Fraktion an Fäden hängen, die von anderen gezogen werden.
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