Bestandspflege

Wirtschaft und Gewerkschaften beließen es nicht bei Lippenbekenntnissen. Sie warben für den Bürgerentscheid, für das Gewerbegebiet Weiden-West IV. Dafür dankt ihnen OB Kurt Seggewiß im Wirtschaftsbeirat. "Die Häme, wenn wir es nicht geschafft hätten, wäre groß gewesen."

Die Zustimmung zu Weiden-West IV zeige, was den Bürgern wichtig sei. Arbeitsplätze nämlich, betont SPD-Fraktionschef Roland Richter im Wirtschaftsbeirat. "Die Leute wollen gute Betriebe." Deshalb werde die Stadt bei der Auswahl auf die Qualität der Betriebe achten. "Ich setz' mich nicht hin, bring' mich ein, um dann ein paar Lagerflächen mehr zu haben", sagt Richter.

CSU-Fraktionsvorsitzender Wolfgang Pausch betont, dass es jetzt darum gehe, das neue Gebiet voranzubringen. "Ich befürchte, dass wir den Preis für Bau-Erwartungsland zahlen müssen." Die Preise müssten wettbewerbsfähig bleiben. "Die Kosten sind der zentrale Punkt", unterstreicht Stefan Rank (Bürgerliste).

15 Monate Amtszeit

Die Wirtschaftsförderung der Stadt Weiden sei weiblich - und sehr erfolgreich, stellt OB Kurt Seggewiß fest. In ihrer bisher 15-monatigen Amtszeit betreute Wirtschaftsförderin Cornelia Fehlner mit ihrer Mitarbeiterin Manuela Schwärzler die Ansiedlung von acht Betrieben im Gewerbegebiet Westlich Neustädter Straße sowie von drei Firmen in Weiden-West. Wichtig sei nicht nur die Akquise von siedlungswilligen Betrieben, sondern die Bestandspflege, so Fehlner.

Rund 150 Firmen besuchte das "Frauen-Team" seit Juli 2013. "Wir wissen meist nicht, was uns erwartet. Manchmal wird geschimpft", gesteht sie. Die Wirtschaft, meint Stadtrat Stefan Rank, selbst erfolgreicher Unternehmer, brauche manchmal auch ein Ventil, um sich bei Ärger Luft zu verschaffen. Der Gewerbesteuer-Hebesatz sei ein Schaufenster, durch das "von außen" auf den Wirtschaftsstandort geblickt werde.

Viele Betriebe hätten immer noch an der Erhöhung der Gewerbesteuer zu knabbern, räumt Fehlner ein. "Dann müssen wir überzeugen, dass Weiden ihr idealer Firmenstandort ist." Die Hochschule sei für viele Firmen inzwischen ein Repertoire für qualifiziertes Personal.

Roland Richter berichtet vom Gespräch mit den Amberger Genossen, die ebenfalls eine Wirtschaftsförderungsabteilung "nach Weidener Vorbild" einrichten wollten. Wolfgang Pausch (CSU), verdeutlicht, dass er keine Chance für die Senkung des Gewerbesteuer-Hebesatzes sehe. Für den Wirtschaftsclub Nordoberpfalz stellt Vorsitzender Jürgen Spickenreuther fest: "Die Wirtschaft fühlt sich dort wohl, wo gut gewirtschaftet wird." Der Bürgerentscheid sei ein toller Erfolg gewesen. Neben innovativen Arbeitsplätzen müsse auch ein Stellenangebot entstehen, das den Arbeitslosen helfe: "Das muss passgenau werden."
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