Beste Qualität aus Weiden

Das Stadtmuseum widmet sich in einer neuen Sonderausstellung einer der bedeutendsten Zünfte Weidens: den Hafnern. Zu sehen sind Alltagsgegenstände, große Kunst und kleinste Details.

Seit mehr 500 Jahren lässt sich die Hafnerzunft in Weiden nachweisen, wie eines der Ausstellungsstücke in der neuen Sonderschau des Stadtmuseums belegt: eine Handwerksordnung, verliehen durch Pfalzgraf Friedrich II., den Weisen, im Jahr 1513.

Dabei beschränkten sich die Weidener Töpfer durchaus nicht auf die Herstellung von Alltagsgeschirr, also von Töpfen - oder eben bayerisch "Häfen". Vielmehr stünden, so OB Kurt Seggewiß bei der Eröffnung, die Namen der Hafnerfamilien Feilner, Bedall und Leimberger für Handwerkskunst von höchster Qualität. Er freue sich, dass mit Ferdinand Feilner und dessen Sohn Edmund zwei Nachkommen einer der bekanntesten Weidener Hafnerfamilien ins Alte Schulhaus gekommen waren.

Museums- und Kulturamtsleiterin Petra Vorsatz betonte, dass es gelungen sei, die qualitätsvolle Ausstellung nur mit Exponaten aus den eigenen Beständen zu gestalten. Sei doch das Stadtmuseum 1896 als Gewerbemustersammlung gegründet worden. So habe man schon früh begonnen, heute fast unbezahlbare Barock- und Rokokokachelöfen zu erwerben. Sie seien in der Dauerausstellung des Museums zu bewundern, für die Sonderausstellung aber habe die Weidener Fotografin Karin Wilck den Fokus auf die vielen Details dieser Kunstwerke gelegt. Ihre Aufnahmen zeigen meisterhaft gestaltete Dekore, kunstvoll modellierte Köpfe und Figuren, mit denen Kachelöfen des 18. und frühen 19. Jahrhunderts in der nördlichen Oberpfalz geschmückt waren. Die Museumschefin bedankte sich auch bei ihren Mitarbeitern Dr. Sebastian Schott und Richard Weiß.

Neben Erzeugnissen für den täglichen Gebrauch sowie Ofenkacheln und Kachelmodeln zeigt das Museum die Arbeiten von zwei besonders herausragenden Keramikkünstlern des 18. und frühen 19. Jahrhunderts. Beide wurden in Weiden geboren, erreichten den Höhepunkt ihres Schaffens aber außerhalb Bayerns. Hans Simon Feilner (1726-1798) schuf seine besten Werke als Modelleur und Modellmeister in Fürstenberg. Hier entstanden auch die Porzellanplastiken, die in der Sonderausstellung zu sehen sind. Tobias Christoph Feilner (1773-1839) wiederum leitete in Berlin eine Formen- und Ofenwerkstatt. Auf dem Gebiet des Kachelmaterials, der Glasur, der Verzierungstechnik und nicht zuletzt der Mechanisierung der Produktion gab er wichtige Impulse.

Die Ausstellung "Kunstgegenstände und Alltagsgeschirr - das Hafnerhandwerk in Weiden" ist bis Ende September im Alten Schulhaus zu besichtigen. Eintritt frei.
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