Bestmarken für Weiden

Mit Geschäftsbereichsleiter Stefan Friedl (rechts) ist der Aufbau der Philatelie in Weiden eng verbunden. OB Kurt Seggewiß (Zweiter von rechts) dankte sich bei der Ausstellungseröffnung anlässlich des 35. Jubiläums für die Treue des Unternehmens zum Standort. Die Ausstellung ist bis zum 22. Juli im Rathaus zu besichtigen. Bild: sbü

Die Briefmarkensammler werden immer weniger. Doch die Philatelie in Weiden wächst. Die damalige Versandstelle sollte einst eigentlich in Regensburg gebaut werden. Die Briefköpfe dafür waren schon gedruckt. Doch Bundestagsabgeordneter Franz Zebisch intervenierte bei Herbert Wehner. Jetzt feiert die Philatelie 35. Geburtstag.

(sbü) Am 23. September 1980 war die damalige Versandstelle für Briefmarken eingerichtet worden. Wie aus ihr bis heute ein stattliches Unternehmen mit über 500 Mitarbeitern wurde, das zeigt eine Ausstellung im Neuen Rathaus. Die Besucher erfahren auch viel über die Geschichte der Briefmarke selbst und über 525 Jahre Postgeschichte.

"Philatelisten leben von der Illusion der Komplettheit", sagte Stefan Friedl, Geschäftsbereichsleiter der Philatelie in Weiden. Und er forderte seine Zuhörer zum Briefmarkensammeln auf, denn "Briefmarkensammeln hält jung". Mit Friedl ist der Aufbau dieses Unternehmens im Gewerbegebiet am Brandweiher eng verbunden. In seiner Ansprache bei der Ausstellungseröffnung blickte er auf 35 Jahre Firmengeschichte zurück. Die damalige Entscheidung in letzter Minute für den Standort Weiden und nicht für Regensburg sei "hochpolitisch" gewesen. Es galt, das Zonenrandgebiet zu stärken und dort zusätzliche Arbeitsplätze einzurichten. In Berlin und in Frankfurt gab es schon Versandstellen für Briefmarken. In Weiden wurde die dritte eröffnet. Hauptaufgabe des Weidener Betriebs war zunächst Herstellung und Versand von Automatenmarken.

Versandzentrum seit 2002

In den Jahren nach der Jahrhundertwende sei der Briefmarkenversand in Deutschland immer stärker auf Weiden konzentriert worden, berichtete Friedl. "2002 ist das Versandzentrum eröffnet worden, 2004 kamen Kundendienst und Verwaltung dazu." Und im Jahre 2006 auch noch die Versandstelle für Münzen nach einer europaweiten Ausschreibung. Ein weiterer Höhepunkt in der Geschichte der Philatelie in Weiden sei der deutsche Philatelistentag 2008 gewesen. Oberbürgermeister Kurt Seggewiß dankte Unternehmensleiter Friedl und lobte den Betrieb als "Prunkstück im Gewerbegebiet West III". Trotz E-Mail und SMS sei "das Fullfillment-Center Philatelie in Weiden einer der größten Poststandorte in Deutschland". Seggewiß dankte auch ausdrücklich für das Bekenntnis des Unternehmens zum Standort Weiden und für die dort herrschenden "positiven Arbeitsbedingungen".

Bergmann und Bogart

Nach wie vor gehe von der Briefmarke eine große Faszination aus, bemerkte Seggewiß. Er hoffe, dass durch die Ausstellung viele neue Sammler gewonnen würden. Weil Fehldrucke von Briefmarken von besonderem Sammlerwert sind, gebe es auch eine Ausstellungs-Vitrine mit geplanten Dauerserien, die niemals erschienen sind, sagte Friedl. Er verwies auf die Audrey-Hepburn-Marke und die Marke mit den Porträts von Ingrid Bergmann und Humphrey Bogart. Und die "grüne Negnal-Marke" sei der erste Werbedruck der Bayerischen Post.
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