Betrügerische Bettler

Eine kleine Spende, bitte! Gerade in der Vorweihnachtszeit stößt der Appell nicht auf taube Ohren. Ein Trio nutzte das erst wieder am Donnerstag in der Fußgängerzone aus. Die Polizei schritt ein - und ermittelt jetzt wegen "organisierter Bettelei".

Die drei Männer machten einen bemitleidenswerten Eindruck. Taubstumm seien sie, gaben sie zu verstehen. Und nun unterwegs für einen guten Zweck: In der Max-Reger-Straße baten sie um Geld für den Bau einer Einrichtung, in der Menschen mit ihrer Behinderung Hilfe fänden. Mit diesem Anliegen traten sie zwischen 14 und 15 Uhr zahlreichen Passanten gegenüber. Die Polizei forschte nach: Die Institution, für welche die Männer angeblich sammelten, gibt es nicht. Und taubstumm sind sie auch nicht.

Außergewöhnlich dreist? Derart krumme Touren sind offenbar keine Seltenheit. "In den vergangenen Monaten kam es mehrfach vor, dass Personen, die das Betteln organisiert und unter Vorspiegelung falscher Tatsachen betreiben, festgestellt wurden", erinnert Polizeisprecher Günther Burkhard. Es muss noch nicht mal eine Betrugsabsicht vorliegen: Laut Sondernutzungsordnung der Stadt Weiden ist Betteln ohnehin untersagt und kann bußgeldrechtlich verfolgt werden. Dennoch sei "alljährlich in der Vorweihnachtszeit in der Fußgängerzone ein vermehrtes Auftreten von Bettlergruppen zu verzeichnen", weiß Polizeihauptkommissar Burkhard. Häufig würden Personen aus dem osteuropäischen Raum Passanten um eine kleine finanzielle Spende in bar bitten.

Im aktuellen Fall ermittelt die Polizei gegen zwei rumänische Staatsangehörige im Alter von 18 und 24 Jahren und einen noch namentlich Unbekannten. Neben "organisierter Bettelei" werfen ihnen die Gesetzeshüter Betrug vor. Wie sich herausstellte, waren die Beschuldigten bereits bundesweit aktiv. Nach Beendigung der üblichen polizeilichen Maßnahmen und Rücksprache mit der Staatsanwaltschaft wurden sie in die Freiheit entlassen.

Polizeisprecher Burkhard rät gerade in der Vorweihnachtszeit zu erhöhter Vorsicht: Spendenwillige Bürger sollten "genau hinzuschauen, welchen Personen man Geldbeträge spendet und ob dies tatsächlich einen seriösen Hintergrund hat".
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