Betrügerische Bettler

Sie erwecken den Eindruck, taubstumm zu sein. Das Mitleid der Bürger nutzen die betrügerischen Bettler schamlos aus. In der Weidener Fußgängerzone ruft das am Donnerstag die Polizei auf den Plan. An der Verfolgungsjagd beteiligen sich auch einige Passanten.

Nicht zum ersten Mal waren die Bettler zu Gast in Weiden. "Wie zuletzt im Februar dieses Jahres gaben die aus Osteuropa stammenden Betrüger vor, dass sie taubstumm seien", heißt es im Polizeibericht. Die beiden Frauen und Männer gingen am Donnerstag gegen 14.30 Uhr auf Passanten am Oberen Markt zu, hielten ihnen Spendenlisten unter die Nase, erbettelten Geld. Ein Geschäftsinhaber bemerkte das Treiben und verständigte die Polizei.

Als Kontaktbeamter Wilhelm Fritz den Oberen Markt betrat, flüchteten die Vier in ebenso viele Himmelsrichtungen. Fritz verfolgte eine der beiden Frauen. Mehrere Passanten kamen dem Polizisten dabei zu Hilfe. Und tatsächlich: Am Oberen Tor holten sie die 25-Jährige ein. Dann unterstützten sie Fritz auch noch bei der Festnahme. Polizeisprecher Karl Gaach: "Dabei musste körperliche Gewalt angewandt werden, um die junge Frau zu Boden zu bringen und fesseln zu können."

Kontaktbeamter Fritz und ein Kripobeamter brachten sie zunächst in ein Dienstzimmer im Alten Rathaus, später wurde sie von einer Streife abgeholt. Nach Überprüfung ihres Wohnsitzes in Niederbayern setzte die Polizei die 25-Jährige wieder auf freien Fuß. Die Frau bereise seit mehreren Jahren den ostbayerischen Raum, teilt Gaach mit. Das Verhalten der Gruppe, nachdem sie aufgeflogen war, lasse auf genaue Absprachen schließen. Und die sichergestellten Spendenlisten verrieten der Polizei: Die Betrüger hatten in Weiden bereits 130 Euro ergaunert. Kontaktbeamter Fritz dankt den hilfsbereiten Passanten. Ihr Verhalten sei "überaus lobenswert" gewesen.
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