Beweisanträge, Rügen, Beanstandungen

Wer die Bedeutung dieser Oberpfälzer Redewendung nicht kennt, sollte den Schleuser-Prozess besuchen. Wieder vergingen am Montag die Stunden mit Beweisanträgen, Beanstandungen und Rügen einiger der 12 Verteidiger. Nur eine Kostprobe: Vorsitzender Richter Walter Leupold hatte kürzlich eine Zuschauerin des Gerichtssaals verwiesen, weil sie SMS-Nachrichten an einen wartenden Zeugen auf dem Gang verschickt hatte. Der Rauswurf ging Verteidiger Christoph Rühlmann zu weit, der einen "Verstoß gegen den Öffentlichkeitsgrundsatz" sah. Es hätte seiner Ansicht nach gereicht, ihr das Handy abzunehmen.

Sechs Russisch-Übersetzer und eine Polnisch-Dolmetscherin waren im Saal. Und es reichte wieder nicht. Ein Zeuge - laut Anklage Auftraggeber für die Schleusung von Verwandten - verstand nur noch Tschetschenisch, auch wenn seine Vernehmung in Görlitz noch prima auf Russisch geführt werden konnte. Er wird noch einmal geladen.

Zwei polnische Brüder (33 und 34) machten von ihrem Aussageverweigerungsrecht Gebrauch. Die Transportunternehmer sollen Familien über die Grenze gebracht haben. Die Brüder müssen sich weder selbst noch gegenseitig belasten - und fuhren wieder heim. (ca)
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