Beweisaufnahme folgt - Vorsitzender will Geld vom Verein - Verein kontert mit Gegenklage wegen ...
Bienenzuchtverein: Richter will's wissen

Nun folgt eine aufwendige Beweisaufnahme. Fünf Zeugen hat Richter Josef Hartwig für den Vormittag des 4. Septembers geladen. Es soll geklärt werden, ob die Ansprüche des ehemaligen Vorsitzenden des Bienenzuchtvereins rechtens sind.

Der Architekt klagt gegen den Verein, den er fast zehn Jahre geführt hatte. Er will Honorar für verschiedene Leistungen, die er während seiner Amtszeit erbracht hat. Nach Meinung der Mitglieder sind dies aber Leistungen, die ein Vorsitzender ehrenamtlich zu leisten hat. Honorar für Vorträge, Zusammenstellung von Unterlagen für Fortbildungen, Beantragung von Zuschüssen für Varroa-Bekämpfungsmitteln: "So was macht man doch ehrenamtlich!", so die Züchter. Auch die Beantragung des Kanalanschlusses für das Bienenheim in der Merklmooslohe sei keine Leistung gewesen, für die man einen Architekten gebraucht hätte. "Diesen Antrag hätte ich auch ausfüllen können", sagte ein Mitglied.

Schon zu seinen Amtszeiten hatte sich der 60-Jährige Honorare aus der Vereinskasse genehmigt. Zum Stundensatz von 75 Euro plus Mehrwertsteuer. Der damalige Schatzmeister habe die Auszahlungsanweisungen kritiklos ausgeführt und - pikanterweise - sei die Kassenrevisorin eine Verwandte gewesen, berichteten die Mitglieder am Rande des ersten Verhandlungstages (wir berichteten). Auch Reisekosten, die der frühere Vorsitzende zwei- oder gar dreifach abgerechnet hat - dies hat er in einem Strafverfahren bereits zugegeben - fordern sie in einer Gegenklage zurück.

Was fällt unter Ehrenamt?

Nun wird Richter Hartwig erforschen, ob es entsprechende Vergütungsvereinbarungen gegeben hat, ob Leistungen des Weideners wirklich "architektentypisch" gewesen waren und was gegebenenfalls dem vielbeschworenen Ehrenamt zuzurechnen ist.
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