Bilder von heimischem Porzellan in aller Welt: Foto-Wettbewerb rund um "Weidener Griff"
Blick unter den Tellerrand

Sie tun es in Strandcafés. An Hotelbars und in Nobelrestaurants. Und, ja, räumt Stefanie Dietz ein, "man fällt damit immer auf". Aber hilft halt nix, wenn die Neugier größer ist. Was Dietz, Leiterin des Keramikmuseums, meint, ist der "Weidener Griff". Also die Marotte der Leute von hier, an so gut wie jedem Ort der Welt Tassen, Teller und was sonst noch so aus Porzellan ist, umzudrehen oder hochzuheben - und auf der Unterseite nachzuforschen, ob das gute Stück nicht aus Weiden stammt.

Diesem Tassen-Tick widmen nun "Die Keramischen" einen eigenen Foto-Wettbewerb. Der Förderverein des Museums ruft dazu auf, den "Weidener Griff" mit der Kamera in Szene zu setzen. Wer irgendwo Porzellan von Bauscher oder Seltmann entdeckt, soll die Unterseite ablichten, auf besondere Art und Weise, möglichst mit Bezug zu dem Ort, an dem sich das Geschirr fand. Also etwa zusammen mit Sehenswürdigkeiten, einer Speisekarte oder einem anderen prägnanten Motiv. Der Finder kann auf den Fotos zu sehen sein oder nicht - auf zu enge Vorgaben verzichten "Die Keramischen".

Der Zeitpunkt dafür ist günstig. Schließlich stehen die Ferien bevor, und damit die Zeit, in der Weidener ausschwärmen, um weltweit Porzellan auf seinen Stammbaum zu prüfen. Wobei, auch das betont Jürgen Prüll, zweiter Vorsitzender der "Keramischen", die Bilder können genauso gut in Weiden oder der näheren Umgebung entstehen. Was zählt, ist nicht Ferne, sondern Originalität. Danach wird eine Jury letztlich entscheiden.

Für die Teilnehmer hat das den Vorteil, dass sie - neben skeptischen Blicken der anderen Urlauber am Frühstückstisch - auch Preise erwarten können. Zum Beispiel eine Landtagsfahrt für zwei samt Führung durch die Keramikbestände des Bayerischen Nationalmuseums am 12. November, eine Direktorinnen-Führung für eine ganze Gruppe durchs Weidener Museum oder Kataloge und freien Museumseintritt.

Mit dem Wettbewerb will der Förderverein natürlich ein bisschen Werbung für sich selbst machen, sagt Prüll. Aber auch zeigen, "was die Stadt Weiden an Qualität in die Welt liefert". Die Leute sollten durchaus Bewusstsein für diese Stärke entwickeln. Dann kann man auch mit breiter Brust komische Dinge machen in Bars, Hotels und sonst irgendwo.
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