Bisamratten und anderes Getier

Eine der sieben Grundschulen in Weiden soll geschlossen werden. Auch das ist Thema bei der ortsteilbezogenen Bürgerversammlung in Muglhof. Von der Streichliste sei die Clausnitzer Schule zu nehmen, fordert Franz Voith (rechter Tisch, mit Schnauzer). "Dort fühlten sich unsere Kinder immer sehr gut aufgehoben." Bilder: Wieder (3)

Haust im Mittelhöller Untergrund ein Untier, das bei jedem Regen erwacht? "Erst ein Grummeln, dann ein Fauchen. Mütter und Kinder fürchten sich", sagt Michael Ertl und bei der Bürgerversammlung in Muglhof. Was steckt dahinter?

Sogar Kanaldeckel würden hochgehoben, durch die Gegend geschleudert. "Fontänen schießen aus dem Boden, ja, richtige Geysire entstehen." Die Stadtwerke müssten handeln, denn hinter dem Problem stecke der neue Kanal. Aus Muglhof komme im Kanal viel zu viel Wasser an, das sich in Mitterhöll staue. Vor dem Pumpwerk müsse ein "Schalldämpfer" eingebaut werden, so Ertl. Stadtwerkevorstand Johann Riedl sieht die Ursache in der Überlastung des Kanals durch "Fremdwasser", das für sehr hohen Druck in der Leitung sorge. 2015 werde im Pumpwerk nachgebessert. Es gebe schon Pläne.

Nicht nur Bisamratten

Riedl war auch beim nächsten Problem bei der Ortsteil-Bürgerversammlung gefragt: Robert Ronke klagte darüber, dass der Dorfweiher Muglhof seit dem Kanalbau kaum noch Wasser führe. "Es können ja nicht nur Bisamratten sein, die das Wasser verschwinden lassen. Ich hab' da aber auch noch nie eine Bisamratte gesehen." Der Weiher, früher auch Klärteich, habe sogar eine eigene Quelle. Heuer sei in nur zwei Tagen der Wasserstand um einen halben Meter gesunken. "Das ist nur noch eine Pfütze." So tauge der Weiher nicht mehr als Wasser-Reservoir für die Feuerwehr, schimpfte Ronke. Riedl betonte, dass die Stadtwerke "da nichts mehr machen. Wir führen bereits Wasser aus dem Kanal zu". Seggewiß und stellvertretender Bauamtsleiter Friedrich Zeiß versprachen, dass sich nun das Tiefbauamt um den Teich kümmere und versuche, ihn dicht zu bekommen.

Mit verstopften Einläufen und Überschwemmungen haben die Muglhofer hingegen bei Starkregen selbst zu kämpfen. Vor allem auch deshalb, weil ein großer Hang, bisher immer Wiese, zu einem Feld umgepflügt wurde. Das Wasser nimmt viel Erdreich mit, das sehr schnell die Einläufe verstopft. Jeder müsse dafür sorgen, so Seggewiß, dass er das Wasser auf seinem eigenen Grundstück "in den Griff bekommt". Inzwischen liefen Gespräche mit dem Landwirt, damit der Acker wieder zur Wiese wird und damit die Erosionen im nächsten Jahr ausbleiben.

Franz Voith, Ortssprecher Reinhard Greiner und Hans Balk brachten das "Dauerthema Schülerbeförderung" auf den Tisch. Nach wie vor weigert sich der Linienbetreiber, Matzlesrieth anzufahren und dort die sechs Schüler einsteigen zu lassen, die weiterführende Schulen besuchen. Im Winter sei die Trasse zu gefährlich. Zudem passe Matzlesrieth nicht in die Umlaufzeiten, bemerkte Rechts- und Sozialdezernent Hermann Hubmann. Pures Unverständnis bei den Bürgern im Feuerwehrhaus: Der Bus für die Volksschüler fährt nämlich nach Matzlesrieth. Und: Als beim Straßenbau Muglhof gesperrt war, konnte der Linienbus Matzlesrieth offenbar problemlos ansteuern.

Jetzt soll es wieder ein Gespräch mit dem Linienbetreiber geben - wie bereits vor sechs Jahren.
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