Bittere Abschlussbilanz der Bürgerinitiative "Weiden - Unsere Stadt"
"Innenstadt wird leer gesaugt"

Ihre Mittel hat sie jüngst dem Förderverein für Schwerkranke überwiesen: 590 Euro, die aus den freiwilligen Beiträgen der Mitglieder übrig geblieben waren. Nun gibt es ein allerletztes Lebenszeichen von der Bürgerinitiative "Weiden - Unsere Stadt": Vorsitzender Prof. Dr. Fritz-Dieter Doenitz legt eine "Abschlussbilanz" vor. Darin klingt Resignation durch. Und scharfe Kritik: "Stadtgalerie"-Investor Fondara habe das Vertrauen der Stadt missbraucht.

Anlass dieser Bilanz ist der Bebauungsplan, den der Stadtrat am Montag einstimmig auf den Weg brachte. Doenitz dazu: "Die Hoffnung, dass die Entscheider in Rathaus und Stadtrat die Risiken der bestehenden Situation erkennen und den ihnen verbliebenen Spielraum zum Wohle unserer liebenswerten Stadt nutzen werden, ist mit den jüngsten Beschlüssen zum Bebauungsplan auf ein Minimum gesunken."

Vertrauensvorschuss

Die Stadt habe Fondara einen außergewöhnlichen Vertrauensvorschuss gewährt. Schließlich habe der Investor die Auflagen des Runden Tisches erfüllen wollen: Angekündigt habe er unter anderem eine Verkaufsfläche von 11 000 Quadratmetern und eine "innenstadtvernetzende Konzeption mit mehreren Haupt- und Nebeneingängen".

Die BI habe der Stadt und Fondara wiederholt ihre qualifizierte Mitarbeit angeboten. "Leider ohne Resonanz." Doenitz: "Mit dem selbst geschneiderten und vom Bauausschuss gebilligten Bebauungsplan im Rücken hat Fondara nun die Maske fallen gelassen, sämtliche zuvor gegebenen Zusagen gebrochen und ihre Maximalforderungen durchgesetzt, ohne Widerstand zu finden." Der Vorsitzende moniert unter anderem die "Vervierfachung der Gastronomiefläche", "die Beschränkung der Eingänge auf das Nötigste, die Vergrößerung der Verkaufsfläche weit über die festgelegte Obergrenze hinaus auf nunmehr 14 000 m²".

Der Bebauungsplan könne nur prüfen, was rechtlich zulässig, aber nicht, was für das Wohl einer funktionierenden Innenstadt geboten sei, bemerkt Doenitz. Resultat: "ein gewaltiger Doppelbau, der sich weitgehend gegen die übrige Innenstadt abschottet und diese leer saugen wird. Seine erdrückende Größe wird den Weidenern wohl erst in der Bauphase bewusst werden."
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