Bodenlose Verschwendung

Zum sparsamen Umgang mit der "Ressource Boden" mahnt der Bund Naturschutz. Die Stadt Weiden zeigt dabei nach Meinung der Kreisgruppe, wie man's eben nicht machen soll.

Die Kreisgruppe des Bundes Naturschutz Weiden-Neustadt/WN zählt aktuell 1589 Mitglieder. Gegenüber dem Vorjahr sei ein Rückgang von 50 Mitgliedern zu verzeichnen, stellte Vorsitzende Sonja Reichold bei der Jahreshauptversammlung im "Bräustüberl" fest. Die Liegenschaften würden sich auf 22 Hektar belaufen. 9,25 Hektar seien angepachtet und würden von den Mitgliedern betreut. Die Kreisgruppe unterstütze maßgeblich das Weidener Bündnis gegen Fracking. Dazu machte Sonja Schuhmacher deutlich, dass es deutschlandweit 180 000 Fracking-Gegner gebe. Die Bürger sähen ihr Grundwasser, ihre Landschaft und den Klimaschutz bedroht.

Der Flächenfraß gehe ungebremst weiter, erklärte Reichold. Trotz Appellen der Staatsregierung an die Kommunen und sonstige Baulastträger. Wie sehr manche Mitglieder der Regierung zu diesen Appellen stünden, habe Minister Helmut Brunner in der Sendung "Jetzt red' i" gezeigt. "Diese ganzen Appelle sind bloße Lippenbekenntnisse ohne Folgen." Auch wegen dieser stillen Unterstützung zeigten die Kommunen keinerlei Bereitschaft zum Umdenken. Der neue Festplatz in Weiden und das geplante Gewerbegebiet Weiden West IV seien beste Beispiele. "Auch die Gemeinden im Landkreis zeigen keinerlei Absichten zum Flächensparen, obwohl gesetzliche Vorgaben zum sparsamen Umgang mit der wertvollen ,Ressource Boden' mahnen."

Überzogener Straßenbau

Boden sei nicht vermehrbar. Statt den Flächenverbrauch wirksam einzudämmen, mache nicht zuletzt die Landwirtschaft die für Baugebiete und Straßenbau gesetzlich vorgeschriebenen Ausgleichs- und Kompensationsflächen als Ursache des Übels aus. Der völlig überzogene Straßenbau sei ebenfalls eine typische Variante. Für Politiker sei der Neubau einer Straße natürlich ein öffentlichkeitswirksamer Leistungsbeweis.

Der dramatische Rückgang der Artenvielfalt war ein weiteres Thema. Anstatt Verbesserungen gebe es nur kaum beschreibbare Verschlimmerungen. Im Moment seien wohl die Kommunen die größten Vernichter. Es gebe aber auch Gemeinden wie Tännesberg, die gerade das Gegenteil erwirkten. Viele Gemeindeflächen würden anderenorts im Zuge eines "Ordnungswahns" geradezu vollständig sauber gepflegt. "Natur braucht aber Unordnung."

Auch das Freihandelsabkommen TTIP stand auf der Tagesordnung. "Das Ganze ist so geheim, dass keiner genauere Inhalte erfahren darf, weil die Initiatoren offenbar davon ausgehen, dass sich die Bevölkerung dagegen auflehnen würde. Über Photovoltaikanlagen referierte Ingenieur Stephan Korb. Dabei beleuchtete er den Verbrauch fossiler Brennstoffe und erneuerbare Energiequellen.
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