Brief von Cornelia Taubmann, Finanz- und Wirtschaftsdezernentin der Stadt Weiden, an MdB Albert ...
Sehr geehrter Herr Abgeordneter,

Ihre Einladung zum traditionellen Fischessen

Sehr geehrter Herr Abgeordneter,

am 09.02.2015 habe ich Ihre Einladung zum traditionellen Fischessen der CSU , Weiden angenommen, mich heute aber entschieden, Ihrer Veranstaltung fern zu bleiben.

Ich möchte Ihnen dies auch kurz begründen:
Als langjährige Fraktionsvorsitzende in Kreistag und Stadtrat und Stellvertreterin des Landrates des Landkreises Kulmbach sind mir Gepflogenheiten des politischen Aschermittwochs durchaus bekannt. Für eine geschärfte Betrachtung von städtischen Ereignissen habe ich deshalb durchaus Verständnis, wenn dies der politischen Auseinandersetzung dient.
Anders ist das mit der ständigen Hinwendung des Weidener Fraktionsvorsitzenden Pausch an die Stadtverwaltung, die er auch in diesem Jahr mittwochs wieder meinte u.a. mir zukommen lassen zu müssen. Wenn Pausch den Herrn Oberbürgermeister meint, dann soll er dies auch so sagen. Welche Aufgaben ich in dieser Stadt auf Anweisung meines Chefs übernehme (und im Ergebnis überzeugend löse) sollte in der politischen Auseinandersetzung dagegen außen vor sein.
Zur Erinnerung:
Auf Entscheidung des Stadtrates (Mehrheitsbeschluss) wurde der Neubau der FOS/BOS am HAW Campus im Zuge einer Partnerschaft mit der Wirtschaft zu einem Bayernweiten Vorzeigeprojekt entwickelt. In Rekordzeit und mit Kosteneinsparungen und — weil ich wusste, wie es geht.
Die Haushaltskonsolidierung hat seit meinem Dienstbeginn Vorrang und u.a. mit meiner Unterstützung rund 6 Mio. € in die Kasse der Stadt Weiden gespült. Oder hat Herr Pausch dazu irgendetwas persönlich, aber unbemerkt, beigetragen?
Der Verkauf der Parkhäuser — auf Beschluss des Stadtrates, nach Initiative des Herrn Oberbürgermeisters und mit meiner verwaltungsmäßigen Begleitung als Teil dieser Konsolidierung führt dazu, dass die Allee-Tiefgarage endlich! saniert werden kann. Herr Pausch ist (auch hier) einen Lösungsvorschlag schuldig geblieben.
Nach meiner Überzeugung und übrigens auch nach meinem Amtseid schulde ich der Stadt Weiden i.d.OPf. meinen vollen Einsatz, ressortübergreifend, wenn dies im Rahmen einer Projektstruktur nötig und vom Oberbürgermeister gewünscht ist. Dies gilt auch für die angesprochenen Kollegen des Bau- und Rechtsdezernates.
Wer nicht will, dass Projekte gelingen, weil sie am Ende in das Guthabenkonto des amtierenden Oberbürgermeisters münden, muss es machen wie Pausch: Statt Lösungen zu bieten, auf die zeigen, die das können.
So leid es mir tut, sehr geehrter Herr Rupprecht, "Ihr Fisch" schmeckt mir nicht. Lieber genieße ich den Donnerstagabend mit Hans Sigl, der ist ein Mann mit Lösungen, wenn auch nur in einer Fernsehserie.

Mit freundlichen Grüßen

Cornelia Taubmann
Finanz- und Wirtschaftsdezernentin
Stadtkämmerin
Leitende Verwaltungsdirektorin
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