Brillanter Coup

Die Glasscherben am Boden blieben zurück. Mitgenommen haben die Einbrecher in der Nacht zum Dienstag aus der Auslage des Juweliergeschäfts am Josef-Witt-Platz hochwertigen Schmuck im Wert von bis zu 400 000 Euro. Nachdem die Polizei die Spuren gesichert hat, übernahmen die Einsatzkräfte des Technischen Hilfswerks. Sie setzten das Sicherheitsglas wieder ein und verschlugen das Schaufenster zudem mit Holztafeln. Am Mittwoch lief der Verkauf wie gewöhnlich. Bild: hfz

Alarm weckt den Nachbarn. Der erkennt schnell die Bescherung: Glassplitter liegen überall auf dem Kopfsteinpflaster am Josef-Witt-Platz. Dazwischen ein Brecheisen und ein 2000 Euro teures goldenes Collier. Darüber herrscht gähnende Leere in der Auslage des Juweliergeschäfts. Von den Tätern gibt es keine Spur.

Allein die gestohlene Rolex-Uhr, rundum besetzt mit Brillanten, hatte einen Wert von 22 000 Euro. Ihr Verlust schmerzt Yusuf Kabakulak am meisten. Der Inhaber des Juweliergeschäfts am Josef-Witt-Platz, in das laut Polizei Unbekannte gegen 3.50 Uhr in der Nacht zum Dienstag eingebrochen sind, klagt aber über einen weit höheren Schaden: So seien Schmuckstücke im Wert von 300 000 bis 400 000 gestohlen worden.

Dabei gingen die Einbrecher mit brachialer Gewalt vor. Mit einem Brecheisen knackten sie vermutlich gezielt diese Panzerglasscheibe am Rand des Geschäfts auf - und griffen zu. Alles ging sehr schnell. Denn als der Anwohner den Alarm wahrnahm, der im Geschäft heulte, waren die Täter längst unerkannt verschwunden. Von ihrer Eile zeugt sowohl das Werkzeug, das sie zurückgelassen haben, als auch die 2000 Euro teure Goldkette auf dem Kopfsteinpflaster.

"Dieses eine Schaufenster enthielt ausschließlich sehr hochwertigen Schmuck", sagt Kabakulak und spricht von mehreren Luxusuhren, Brillantringen, feingliedrigen Goldcolliers und -armbändern. Der Geschäftsmann hat alles klar vor Augen - obwohl er aktuell knapp 3000 Kilometer entfernt ist. Gerade hatte sein alljährlicher Urlaub in der Türkei begonnen. Kabakulak wird ihn wohl abbrechen, nachdem er von seiner Frau gehört hat, was in Weiden passiert ist. "Sie hatte so ein Gefühl, ist extra daheim geblieben. Genützt hat's nichts", klagt Kabakulak und ahnt: "Die Versicherungssumme wird den Schaden wohl nicht decken."

Schlechte Gefühle plagen das Ehepaar schon länger. Erst vor sechs Wochen habe ein Unbekannter versucht, über die Tür in das Schmuckgeschäft einzubrechen, erinnert sich der Geschäftsmann. Wieder war es ein Nachbar, der damals auf das kriminelle Treiben aufmerksam wurde und die Polizei gerufen hat. "Und dann der Überfall auf den Juwelier mitten in Regensburg."

Im Weidener Fall ermittelt die Kriminalpolizei auf Hochtouren. "Wir gehen von mindestens zwei Tätern aus", erklärt Stefan Hartl, Sprecher des Polizeipräsidiums in Regensburg. "Denn so eine Panzerglasscheibe hat entsprechend Gewicht. Das kann einer allein nicht stemmen." Nähere Hinweise auf die Täter gibt es bislang aber nicht. Auch weil die Unbekannten die Außenkamera, die diesen Bereich des Geschäfts überwacht, vor dem Einbruch zugeklebt haben. Die Auswertungen anderer Überwachungskameras muss erst noch erfolgen. Umso wichtiger seien in der Zwischenzeit Zeugenhinweise an die Kripo Weiden, Telefon 0961/401-290.
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