Bürgerwerkstatt für West IV

"Wir müssen in der Stadtentwicklung in Jahrzehnten denken", betont OB Kurt Seggewiß mit Blick auf Weiden-West IV. Das Gewerbegebiet soll zwar der große Wurf werden. Dennoch werde nicht auf einen Schlag der Wald abgeholzt, sondern die Gewerbefläche Zug um Zug entwickelt. Einen Blick in die mögliche Zukunft wagt Dipl.-Ing. Reinhard Brodrecht mit seinem Entwurf. Bild: GBI

Alle Unterlagen kommen auf den Tisch. Keine Frage ist tabu: Drei Stunden plant die Stadt Weiden für die "Bürgerwerkstatt" ein, bei der weiter am Projekt Gewerbegebiet Weiden-West IV gefeilt wird. Am Donnerstag, 10. September, sind die Bürger ab 18 Uhr zur Mitarbeit ins Neue Rathaus eingeladen.

Klar. Das Projekt Weiden-West IV, das Stadtkämmerin Cornelia Taubmann leitet, ist nicht unumstritten. Die Bürger begleiten es mit Nachfragen, Skepsis und Sorgen. Das neue Gewerbegebiet sei aber notwendig, betont Oberbürgermeister Kurt Seggewiß. Er kann sich dabei auf Beschlüsse des Stadtrates und auf den Bürgerentscheid stützen. Ob es allerdings auch machbar, vor allem finanzierbar ist, solle bis zur Jahreswende geklärt werden.

Niemand verkenne die sensiblen Themen, die mit dem Vorhaben verbunden seien, versichert er am Donnerstagabend. Natürlich gebe es Eingriffe in eine große, zusammenhängende Waldfläche, die als Naherholungsgebiet diene, in eine empfindliche Flora und Fauna. Hochwasserschutzmaßnahmen seien nötig, ebenso Vorkehrungen, um Anlieger vor steigender Verkehrsbelastung und Lärmbelästigung zu schützen. Jeder kann am Donnerstag die Unterlagen einsehen. Noch nicht dabei ist das neue Bodengutachten. Überprüft werden die Rückstau-Zonen für den Verkehr von der B 470 auf die A 93. Damit sich die Bürger schnell zurechtfinden, werden "Marktplätze" zu den Schwerpunkten Verkehr, Natur und Hochwasser gebildet.

Ausgleichsflächen beschafft

Seit mittlerweile fünf Jahren, bestätigt Stadtkämmerin Taubmann, erwerbe Weiden in Stadtnähe Grundstücke für den ökologischen Ausgleich der Eingriffe. Dabei sei keineswegs nur daran gedacht, Flächen aufzuforsten, vielmehr sollen Brachflächen zu Biotopen aufgewertet und dabei Biotopverbünde geschaffen werden. Über gut geeignete 25 Hektar konnten Liegenschaftsabteilung und Stadtförster bereits sichern.

Bis zum Jahresende will die Stadt die Projektierung abschließen und die Machbarkeitsstudie vorlegen. Daraus ergibt sich eine erste Kostenschätzung. "Wie teuer wird es für die Stadt, wie teuer für den Investor. Sind wir marktfähig?" Dies seien, so Taubmann die Fragen, die dann geklärt werden. Bei einem positiven Ergebnis starte das Bauleitverfahren.

Wichtig, so ergänzt OB Seggewiß, sei auch, bis wann das staatliche Bauamt den Anschluss von Weiden West an die B 470 realisieren könne.
Weitere Beiträge zu den Themen: Hochwasser (3437)September 2015 (7742)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.