Bundesgerichtshof verwirft Revision als unbegründet - 64-Jähriger geht wegen Totschlags 8 Jahre ...
Kranke Frau erschossen: Urteil rechtskräftig

Rechtsanwalt Tobias Konze hatte für seinen Mandanten ein geringeres Strafmaß erreichen wollen. Seine Revision zielte auf einen minderschweren Fall des Totschlags ab. Die Frau des Verurteilten war unheilbar krank, sie litt an Krebs und hatte nur noch eine sehr geringe Lebenserwartung. Der Hausarzt als Zeuge war überrascht, dass sie im Oktober 2013 überhaupt noch am Leben war.

Ein Gutachter des Landeskriminalamts hatte im Prozess die Version des Angeklagten zerpflückt, wonach die Frau den ersten Schuss selbst abgegeben habe und er mit zwei weiteren Schüssen nur ihr Leid beenden wollte. Für den LKA-Waffeningenieur stand dagegen fest: Alle drei Schüsse kamen von einer Person, die dazu Handschuhe trug.

Kurt N. hatte schon im Prozess gegen dieses Gutachten protestiert und ein ballistisches Gegengutachten gewollt. Das Geld dazu forderte er von der Nichte seiner Frau ein, die kurz vor deren Tod als Alleinerbin eingesetzt wurde. Diese 25-jährige Studentin gab ihm allerdings einen Korb. Nach dem Urteil hat eine andere Verwandte des 64-Jährigen diesen zweiten Gutachter doch noch bezahlt. Das Ergebnis unterscheidet sich aber nicht von der LKA-Expertise. Nach dem Urteil hat der 64-Jährige zudem einen Anwalt aus Stuttgart engagiert, der die achtjährige Haftstrafe letztlich auch nicht abwenden konnte.

175 000 Euro in bar

Der selbstbewusste Ex-Unternehmer war schon in U-Haft nicht glücklich mit Pflichtverteidiger Tobias Konze, der nicht immer so sprang, wie er wollte. Aus seiner Sicht forderte der Anwalt von der Nichte mit zu wenig Nachdruck Unterstützung für das Gegengutachten ein. Die Nichte war von der 61-Jährigen zur Erbin bestimmt worden, weil sie ihrem Mann nichts vermachen konnte. Der ehemalige Bauunternehmer bezog nach einer Insolvenz Hartz IV. Auf dem Papier war das Paar geschieden, um das Vermögen zu retten.

Kurz vor der Tat hatte er von einem österreichischen Konto 175 000 Euro in bar geholt. Die Polizei fand die Scheine bei der Festnahme in München im Auto. Dieses Geld "lagerte" die Staatsanwaltschaft zuletzt in einem Schließfach einer Weidener Bank. Mit Rechtskraft des Urteils könnte es ausgezahlt werden.
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