Carola Girisch: Volks- und Schützenfest wird sehnsüchtig vermisst - Neustart 2013 mit Änderungen
"Lieber kein Fest als schlechten Ersatz"

Weiden in der Oberpfalz
10.08.2012
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Weiden. (rg) Der alte Festplatz steht nicht mehr, der neue noch nicht zur Verfügung. Rummel um dieses Thema gibt's zwar genügend. Doch das 115. Volks- und Schützenfest selbst, zu dem Schützenmeisterin Carola Girisch dieser Tage eingeladen hätte, muss warten. Die Veranstalter von der Königlich-privilegierten Feuerschützengesellschaft Weiden 1604 setzen zwangsweise ein Jahr aus. Voraussichtlich.

Vermissen Sie etwas?

Carola Girisch: Ja, natürlich: das Volks- und Schützenfest.

Vermissen das auch andere?

Girisch: Ich werde schon sehr oft angesprochen, beim Metzger, beim Bäcker: "Schade, dass es heuer kein Fest gibt."

Das Deutsch-Amerikanische Volksfest in Grafenwöhr hatte kürzlich Rekordbeteiligung. Eine Folge des Weidener Ausfalls?

Sicher. Irgendwo wollen die Leute halt doch feiern.

Vor einem Jahr haben Sie davor gewarnt, den Rummel auf dem Großparkplatz aufzuziehen. Jetzt haben Sie gar kein Fest.

Girisch: Zu den damaligen Aussagen stehe ich. Wir hatten ja das Frühlingsfest bei der Mehrzweckhalle. Ein gutgemeinter Versuch, aber es wurde nicht angenommen. Auf dem Großparkplatz würde das nicht anders laufen. Und der Platz wäre dort wahrscheinlich noch knapper. Lieber gar kein Fest als einen schlechten Ersatz.

Sollte der neue Festplatz rechtzeitig fertig werden, soll dort ein "Oktoberfest" steigen. Wären Sie mit von der Partie?
Girisch: Ich gehe davon aus, dass die Stadt das selbst organisiert.

Klappt das überhaupt in der Kürze der Zeit?

Girisch: Es wäre schon eine organisatorische Leistung. Aber da gibt es Internet-Seiten, auf denen ersichtlich ist, welche Schausteller gerade verfügbar wären. Für große Attraktionen dürfte es natürlich schwierig werden.

Könnte es sein, dass der Ausfall heuer Schausteller dauerhaft verprellt?

Unsere Stamm-Schausteller fragen jetzt schon an, ob wir sie für nächstes Jahr wieder einplanen. Problematischer wäre eine mehrjährige Pause. Dann müssten sie sich zwangsläufig etwas anderes suchen. Sie brauchen die Einnahmen.

Die Lust am Volks- und Schützenfest haben Sie nicht verloren?

Girisch: Selbstverständlich halten wir an der über 100-jährigen Tradition fest.

Trotzdem wird sich einiges ändern müssen. Der Festzug ...

Girisch: Es würde nicht sehr sinnvoll sein, am Oberen Markt loszulaufen. Und ob draußen so viele Leute am Straßenrund stehen ... Wir stellen bereits erste Überlegungen für eine trotzdem schöne Eröffnung an, vielleicht mit einer ausgedehnten Platzrunde. Da fällt uns schon was ein.
Sind Sie zuversichtlich, dass das 115. Volks- und Schützenfest dann 2013 über die Bühne gehen kann?

Girisch: Da bin ich sehr zuversichtlich - trotz der jüngsten Berichte, dass die Festplatz- Gegner klagen.

Was machen Sie jetzt in der Fest-freien Zeit? Urlaub?

Girisch: Der ist nicht eingeplant. Ich arbeite - und werde ab und zu bei der Baustelle an der Neustädter Straße vorbeispitzen.
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