Chefarzt Prof. Dr. Dietl hat nachrecherchiert - Patient sollte informiert sein - ...
Doch weniger Blinddarm-Operationen

Prof. Dr. Karl-Heinz Dietl konnte die Zahlen auf Anhieb nicht nachvollziehen. Jetzt hat der Chefarzt am Klinikum Weiden nachrecherchiert und fühlt sich bestätigt. Die Zahlen der Blinddarm-Operationen, die in seinen Bereich fällt, ist bei weitem nicht so hoch wie nach einer Studie der Bertelsmann-Stiftung angenommen. Die Vergleichszahl 34 bezieht sich nicht auf 10 000 Einwohner, sondern auf 10 000 Kinder und Jugendliche. Somit kommt es im Jahr 2013 zu einem Durchschnittswert von etwa 17 Operationen pro 10 000 Einwohner (insgesamt 263).

Die Rückschlüsse, dass in Weiden zu schnell operiert würde, seien also falsch. Dr. Dietl warnt in diesem Zusammenhang vor verheerenden Folgen, wenn man Symptome ausblende und nicht zum Arzt gehe aufgrund der falschen Aussage, dass Eingriffe zu häufig und planlos vorgenommen würden. Der Professor appellierte an die Bevölkerung, unbedingt die angebotenen Vorsorge-Untersuchungen zu nutzen. Dietl gegenüber dem "Neuen Tag": "Das ärztliche Interesse an Vorsorge ist eindeutig höher als das an Operationen."

Der Chefarzt betont, dass einem verantwortungsvollen Kollegen immer daran gelegen sei, dass Patienten frühzeitig zu einer Untersuchung kommen und nicht unangemessen lange warten. Damit wolle der Mediziner nicht erreichen, dass durch rasche Operationen Geld verdient werde, sondern dass der Patient eine gute Heilungschance habe. Hilfreich dabei wäre ein informierter Patient, der auf seinen Körper achtet und sorgfältig mit festgestellten Veränderungen umgeht. Indizien könnten demnach sein: Gewichtsabnahme, Schlafstörungen, Stuhlprobleme oder dauerhafte Bronchitis.

Schwierige Unterscheidung

Dr. Dietl weist nachdrücklich darauf hin, dass im Klinikum sich die jeweiligen Fachärzte allergrößte Mühe bei der jeweiligen Indikation geben, Eine Appendizits sei dabei eine schwerwiegende Erkrankung, bei der es im Frühstadium alles andere als einfach zu unterscheiden sei, ob eine Reizung oder eine Entzündung des Blinddarms vorliegt. Ultraschall, CT und Laboruntersuchungen würden schließlich die Entscheidung herbeiführen. Werde zu lange gewartet, können es zu einem Durchbruch mit Bauchfellentzündung kommen. "Eine große Gefahr für den Patienten."
Weitere Beiträge zu den Themen: November 2014 (8193)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.