Chirurgen auf Weltkongress

Der Weidener Chefarzt Professor Karl-Heinz Dietl zählte zu den Referenten des Weltkongresses für Chirurgen in Tschechien. Bild: Wilck

Die Perspektiven der Chirurgie im 21. Jahrhundert. Darüber informierten sich zahlreiche Ärzte der Kliniken Nordoberpfalz AG bei einem Weltkongress in Prag und Pilsen. Zu den Referenten zählte auch Professor Karl-Heinz Dietl, der die Delegation aus der Nordoberpfalz leitete.

Weiden/Prag/Pilsen. (ske) Die Mediziner erlebten ein spannendes Wochenende beim Weltkongress des "International College of Surgeons (ICS)" in Prag und Pilsen. Auch die OTH Amberg-Weiden war vertreten, durch Professor Clemens Bulitta. Die internationalen Kongressteilnehmer folgten den einzelnen Fachveranstaltungen und dem kulturellen Rahmenprogramm wie einem Konzert in der Synagoge in Pilsen.

Hochkarätige Mediziner aus aller Welt waren der Einladung zur Jubiläumsveranstaltung anlässlich der Gründung der Vereinigung vor 80 Jahren gefolgt. Der ICS ist die älteste weltweite Organisation, in der Chirurgen und chirurgisches Fachpersonal aus allen Nationen zusammentreffen. Ziel ist es, im gegenseitigen Austausch den medizinischen Fortschritt der Chirurgie und ihrer Möglichkeiten zu beleuchten und zu fördern. Seit seiner Gründung 1935 bietet das ICS anspruchsvolle Fortbildungsprogramme und Aktivitäten.

Die Chirurgen der Kliniken Nordoberpfalz AG absolvierten unter der Leitung von Professor Karl-Heinz Dietl - er ist Präsident der Deutschen ICS-Sektion - an den beiden Tagen ein umfangreiches Vortrags- und Besichtigungsprogramm. Hauptveranstalter war der Präsident der Tschechischen ICS-Sektion, Prof. Karel Novák, der in den letzten Jahren auch am Klinikum Weiden tätig war. Einige Vertreter der Teilnehmergruppe aus der Oberpfalz referierten bei der Tagung auch zu aktuellen Fachthemen. Kernthema des Kongresses waren Perspektiven der Chirurgie im 21. Jahrhundert in interdisziplinärer Hinsicht und auf allen Kontinenten. Mehr als 170 Vorträge setzten sich mit dem Thema auseinander. Ein Fazit des Austausches war die Erkenntnis, dass eine fachliche Kooperation auch mit Vertretern medizinischer Randbereiche künftig zunehmend an Bedeutung gewinnen wird. Forschung und interdisziplinäre Kooperation werden noch bedeutsamer.

Deutlich bessere Abläufe

Prof. Karl-Heinz Dietl referierte über "Erste Erfahrungen mit dem integrierten OP und dem Hybrid-OP in der Abteilung für Thorax-, Allgemein- und Viszeralchirurgie am Klinikum Weiden". Die beiden OP-Säle sind seit Herbst 2014 in Betrieb. Dietl zog anhand einiger anonymisierter Fallbeispiele eine erste Bilanz. Der integrierte OP-Saal biete aktuell den höchsten Integrationsgrad weltweit, sagte er. Mit ihm seien bei Bauchspiegelungen bessere OP-Abläufe gewährleistet und die Arbeitsabläufe (Ergonomie) für das Operationsteam deutlich verbessert.

Der integrierte OP bedeute zwar nicht eine generelle Revolution wie die Einführung der Laparoskopie (Bauchspiegelung) Anfang der 1990er Jahre. Dennoch ermögliche er aufgrund der perfekten Technik schnellere Operationen bei besserem Arbeitskomfort für das OP-Team. OP-Dauer und Komplikationsrate würden vermindert. Alle Eingriffsmethoden ließen sich während einer Operation auf den Monitoren gut verfolgen. Die bildliche Dokumentation sei ein entscheidender Vorteil des integrierten OPs. Der Hybrid-OP ermögliche neue Indikationen und spezielle Anwendungen.

Prof. Dietls Vortrag machte die Teilnehmer neugierig auf die nächste Konferenz. Am 4. und 5. März wird er als Präsident der deutschen ICS-Sektion Gastgeber für den Kongress 2016 in Weiden sein. Die Vorbereitungen laufen bereits.
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