Chor zieht andere Saiten auf

Diesmal war Pop tabu: Zusammen mit den Hofer Symphonikern gestaltete der "Singing Witt"-Chor die "Adventslicht"-Gala mit rein klassischen Werken. Bild: Kunz

Am Ende erklingt Ludwig van Beethovens "Ode an die Freude". 800 Besucher lauschen ihr im Stehen. Der bewegende Abschluss einer bemerkenswerten Gala.

"Alle Menschen werden Brüder, wo dein sanfter Flügel weilt": Die heutige Hymne der Europäischen Union aus Beethovens Feder bildet das Finale. In nicht unbedeutender Weise lag am Donnerstagabend allerdings auch Novemberschwere über der "Adventslicht"-Benefiz-Gala in der Max-Reger-Halle.

Dies war vielleicht dem Termin im "Totenmonat" und der klassischen Ausrichtung der Hofer Symphoniker geschuldet, die gemeinsam mit "Singing Witt" den Abend gestalteten. Auch im 19. Jahr erfuhr die Gala zugunsten notleidender Menschen in der Region ungebrochenen Zuspruch. Im Saal war kein Platz mehr frei. In Anwesenheit von Regierungspräsident Axel Bartelt - "eine Würdigung meines Hilfswerks" - dankte Initiatorin Dr. Renate Freuding-Spintler ihrer "großen Familie", besonders ihrer Mitstreiterin Dr. Lydia Kapferer, aber auch Stadtpfarrer Gerhard Pausch und Pfarrer Hans-Martin Meuß sowie dem Sprecher der Geschäftsleitung der Witt-Gruppe Weiden, Wolfgang Jess.

Alles klassisch

Seitdem die Hilfsaktion vor 32 Jahren gegründet worden war, seien eine Million Euro in den Spendentopf für Menschen geflossen, die unverschuldet in Not geraten sind. Für den Schirmherrn OB Kurt Seggewiß, der in Weiden am See weilte, gratulierte Bürgermeiser Jens Meyer. Er freute sich auf einen "einzigartigen musikalischen Genuss." Unter Leitung von Stefanie Zühlke-Schmidt hatte der mächtige Chor diesmal keine Schlager und Popsongs einstudiert, sondern gestaltete das Konzert unter dem Motto "Singing Witt goes Classic". Aus der Feder von Gabriel Faure stammte die "Cantique de Jean Racine o. 11" als Einstieg. Derselbe Komponist hatte auch das 25-minütige "Requiem op. 48" gechrieben, das die Dirigentin den toten Flüchtlingen im Mittelmeer widmete. Auf die beiden schweren Werke folgte vor der Pause das bekannte "Va, pensiero" vom Gefangenchor aus Verdis Oper "Nabucco". Der zweite Teil begann mit Freuding-Spintlers Lieblingslied "Abendsegen" aus Engelbert Humperdincks Oper "Hänsel und Gretel." Es folgten Johann Sebastian Bachs "Jesus bleibet meine Freude" und "Air" aus der Orchestersuite D-Dur.

Bereits im Vorfeld hatte der Chor, hier noch ohne die Unterstützung durch die Hofer Symphoniker, das Konzert erstmals zusammen mit Chordirektor Peter Kosmus einstudiert. Kosmus hatte während der Proben den Part des großen Orchesters mit Hilfe der Truhenorgel der Herz Jesu Kirche improvisiert. Im Schlussteil intonierten Chor und Symphoniker "Die Himmel erzählen die Ehre Gottes" aus dem Oratorium "Die Schöpfung" von Joseph Haydn, Georg Friedrich Händels "Halleluja" aus "Der Messias" und den Auszug aus Beethovens 9. Symphonie. Es gab Standing Ovations.
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