CSU-Stammtisch poltert gegen Sperrung der Sedanstraße - Innenstadt leidet - Katastrophale ...
Probelauf ins Verderben

Gute Miene zur schlechten Sperrung machen die Diskussionsteilnehmer am CSU-Stammtisch. Fraktionschef Wolfgang Pausch (links) kündigte Initiativen zur Rettung der Innenstadt an. Bild: Dobmeier

Die Sperrung der Sedanstraße sei der Todesstoß für die Innenstadt. Diese Ansicht vertraten die CSU-Mitglieder beim Stammtisch des Ortsverbandes Stadtmitte. Die Unterbrechung der wichtigen Süd-/Nordverbindung vertreibe einheimische und auswärtige Käufer in die Außenbereiche und schwäche die City, hieß es. Die "Stadtgalerie" sei für Weiden ein Gewinn, doch das künftige Parkhaus müsse erreichbar sein.

"Weil das Thema bewegt", begrüßte CSU-Ortsvorsitzender Dieter Hagn in der "Taverne Kostas" eine große Anzahl an Gästen, darunter auch Stadträte. Hagn bezeichnete die derzeitige Beschilderung, verantwortet von der Stadtverwaltung, als "katastrophal". Dies belege auch der leere Winkler-Parkplatz. Eine spätere Sperrung der Sedanstraße nur wegen der Fußgänger sei nicht sinnvoll: Das Chaos bei einem Unfall auf der Südost-Tangente sei programmiert. Außerdem müssten Handwerker in Zukunft wohl um 7 Uhr losfahren, um gegen 9 am innerstädtischen Einsatzort zu sein. Auch Berufspendler würden zeitlich stärker belastet.

Stadtrat Walter Leupold berichtete von seinem Eindruck, die Leute würden die Innenstadt meiden. Dies habe nichts mit florierendem Handel zu tun. Es sei unbegreiflich, weshalb die Innenstadt "so kaputt gemacht" werde. Die momentane Baustelle sei Testlauf genug, ein weiterer entbehrlich. Leupold: "Wir haben sowieso schon eine große Fußgängerzone vom Unteren Tor bis zum Witt-Platz. Und die "Stadtgalerie" erweitere die FuZo quasi mit ihren Etagen.

Arroganz attestierte CSU-Fraktionsvorsitzender Wolfgang Pausch der Stadtverwaltung. Angesichts der Umsatzeinbußen der Händler wäre ein Wort der Entschuldigung angebracht gewesen. Der Bürger stimme mit den Füßen ab. "In kürzester Zeit wurde der Einzelhandel gravierend geschädigte", erklärte Stadtrat Markus Bäumler. Die bisherige "Testphase" genüge. Auf bis dato fast 30 Prozent Umsatzeinbußen verwies CSU-Kreisvorsitzender Stephan Gollwitzer. Dass die Weidener verstärkt auf Busse umsteigen, sei Wunschdenken. Gollwitzer erzählte, er habe aus Weiden-West sowie dem Moosloh- und Rehbühlgebiet gehört, dass die Bürger wegen der derzeitigen Sperrung die Innenstadt meiden und lieber in den Randbereichen einkaufen.

Tacheles in Sondersitzung

Als der Anker-Durchstich mit der Dr.-Pfleger-Straße erfolgt war, hätten sich die Planer etwas dabei gedacht, hieß es in die Diskussion. An der Sedanstraße gebe es kein Geschäftsaufkommen, das eine Sperrung rechtfertige. Es sei nicht Sinn der Sache, dass ein Geschäft nach dem anderen in der Innenstadt zumachen müsse. Selbst die Verlegung des Probelaufs auf nächstes Jahr - ein Kompromissvorschlag von OB Kurt Seggewiß (wir berichteten) - lehnte die Runde rundheraus ab.

Andererseits müsse klar sein, dass teilweise Sperrungen in der Bauphase der "Stadtgalerie" nötig seien. Wie Pausch berichtete, wolle die CSU in einer beantragten Sondersitzung von Hauptverwaltungs- und Bauausschuss die rigorose Zusammenführung von östlicher mit westlicher Fußgängerzone auf Kosten des Kraftfahrzeugverkehrs ablehnen. Mit einer "weichen Separation" könnten sich die Gesprächspartner dagegen anfreunden.
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