Dach über die Max-Reger-Straße

Mit Architekt Hans Hesselbach aus dem Nürnberger Land entwickelte Heiner Schreml die Überdachung der Max-Reger-Straße. Die filigrane Konstruktion trägt leichtes Gewebe. Skizze: Schreml/Hesselbach

Schon vor 26 Jahren zeichnete Heiner Schreml seinen ersten Entwurf für diese Überdachung. "Mein Herz schlägt in der Max-Reger-Straße", betont der Architekt. Nun stellt er die neue Max-Reger-Passage vor. Und die soll keineswegs nur eine Idee bleiben.

Die Überdachung ist notwendig, realisierbar und auch finanzierbar, gibt sich Schreml überzeugt. Er bedauert nach wie vor, dass sich damals, noch vor der Umgestaltung der Max-Reger-Straße zur Fußgängerzone, niemand an seine Idee gewagt habe. Der Architekt hatte die Entwürfe sogar mit einem Modell verdeutlicht. Auch die Bereiche um die Bahnhofstraße und den Bahnhofsvorplatz hatte er in Modellen überarbeitet. "Dieses riesige Modell war mein Geschenk zur 750-Jahr-Feier der Stadt." Er habe für sein Geschenke nichts erwartet. "Die Stadt konnte machen, was sie wollte. Und sie hat nichts damit gemacht."

Die Stadt griff seine Anregung für eine Überdachung nicht auf. Sie gestaltete ab 1991 die Max-Reger-Straße - gegen den Widerstand der Anlieger, die den Autoverkehr halten wollten - zunächst 1993 zum verkehrsberuhigten Bereich (2,8 Millionen Mark) um und erklärte sie 1994 zur Fußgängerzone. Seit 1966, als er sich als Architekt selbstständig machte, habe er sich in Leserbriefen oder in öffentlichen Veranstaltungen zu Wort gemeldet, Vorschläge gemacht, Anregungen eingebracht. "Es hat nie eine Nachfrage aus dem Rathaus gegeben. Aber ich habe meist Recht gehabt."

Wie ein Kirchengewölbe

Doch es geht den heute 78-Jährigen nicht ums Rechthaben, sondern um die Stadtentwicklung. Schreml ist überzeugt, dass die Stadt die überdachte Reger-Passage braucht, die ihn seit Jahrzehnten beschäftigt. Er hat sie x-mal verbessert, die Konstruktion verändert. Ihm schweben leichte, geschwungene Stützen vor, die sich oben in zwölf Meter breite Kreisen auflösen. "Der Eindruck ähnelt dem einer Blüte oder auch eines barocken Kirchengewölbes."

Und natürlich sollen ganz neue Materialien eingesetzt werden. Ein modernes Kunststoffgewebe (leicht, lichtdurchlässig, belastbar, wasserdicht und schmutzabweisend), das an die Stelle des einst geplanten Glasdaches rückt, spannt sich hoch über den Max-Reger-Boulevard. Diese Membranen (etwa von Sefar aus der Schweiz) seien bewährt. Sie prägen bereits den neuen Salzburger Hauptbahnhof oder auch das sanierte BC Place Stadium Vancouver.

Die 28 Spitzahornbäume - jeder kostete 1993 übrigens 4000 Mark - müssen natürlich raus aus der Regerstraße, ebenso das Pflaster. Und damit ist Schreml bei den Kosten, die er auf vier bis fünf Millionen Euro schätzt. "Mit Städtebaufördermitteln für Stadt, Anlieger und mit Hilfe von Sponsoren wäre es machbar."
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