Damit die Altstadt nicht absäuft

Tiefbauamtsleiter Hubert Grillmeier erläutert am Plan die verschiedenen Bauabschnitte für die Hochwasserfreilegung des Weidingbaches. Zum offiziellen Spatenstich kamen (von links) Bauunternehmer Walter Scharnagl, Grillmeiers Vertreter Christian Pirner, Günther Michler vom Wasserwirtschaftsamt, Major Eric Schröter, Bauleiter Stefan Gebhard, Udo Geißler von der Bauaufsicht sowie OB Kurt Seggewiß. Bild: Hartl

Die Fluten der Schweinenaab sind gezähmt. Jetzt geht die Stadt dran, auch das Hochwasser aus dem Einzugsgebiet des Weidingbaches zu bändigen. Sie beginnt mit zwei Dämmen, draußen vor der Stadt, die Millionen Liter Hochwasser "bunkern" und damit vom Brandweiher und der Innenstadt abhalten.

Bei der Stadt, bei der Bundeswehr, dem Wasserwirtschaftsamt ist jene Januar-Nacht des Jahres 1995 unvergessen, in der die Altstadt "abzusaufen" drohte. Seitdem, so betonten sowohl Oberbürgermeister Kurt Seggewiß wie auch Günther Michler, stellvertretender Leiter des Wasserwirtschaftsamtes Weiden, werde versucht, den Schutz vor Hochwasser zu verbessern. Der erste Bauabschnitt am Weidingweg kostet rund 800 000 Euro und wird, da besonders viel Wasserrückhaltung betrieben wird, vom Freistaat mit 75 Prozent befördert.

In der Ferienausschusssitzung am Mittwoch bestätigten die Stadträte die Auftragsvergabe an die Firma Scharnagl mit 777 777,76 Euro. Am Freitag lud OB Kurt Seggewiß zum offiziellen Baustart in den Standortübungsplatz. Nur wenige Meter hinter der Panzerwaschanlage beginnt das Baufeld. Im Norden der "Panzerstraße" hin zur B 470 entsteht bis zum März 2016 ein 315 Meter langer und zwei Meter hoher Damm, der die Fluten aus dem Waldgebiet zurückhält. Das Wasser soll im Wald versickern. Die künftige Panzerstraße verläuft auf der Deichkrone. Während der Arbeiten erschließt eine Baustraße den Standortübungsplatz.

Neun Millionen Schaden

Nahezu rechtwinkelig zu diesem Bauwerk verläuft der zweite Damm, der drei Meter hoch und 260 Meter lang die Brandweihersiedlung schützt. Rund 22 000 Kubikmeter wird das damit entstehende, natürliche Rückhaltebecken fassen. Die Gesamtmaßnahmen am Weidingbach summieren sich insgesamt auf 1,8 Millionen Euro. Bei einem 100-jährlichen Hochwasser richtet der Bach entlang seines Laufs (bis hinein in den Stadtmühlbach jenseits der Bahnhofstraße) einen Schaden von neun Millionen Euro an.

Da vom Projekt Fauna-Flora-Habitat-Flächen betroffen sind, musste jeder Quadratmeter Fläche untersucht werden. Nahezu vier Jahre nahmen daher, so erläutert Tiefbauamtsleiter Hubert Grillmeier, die Vorplanungen in Anspruch. Die Eingriffe werden durch zahlreiche ökologische Maßnahmen ausgeglichen. Zusatzmaßnahmen (teilweise neues Bachbett, Flutmulden) werden an drei Abschnitten zwischen Autobahn und Berufsschule durchgeführt. "Wir sind glücklich, dass wir jetzt damit beginnen können." Dabei dankte Grillmeier auch der Bundeswehr, die Stellvertretender Bataillonskommandeur Major Eric Schröter vertrat.
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