Dampf machen für Tarifvertrag

Bei der Hauptversammlung der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer ging es nicht nur um Tarifverhandlungen, sondern auch um Ehrungen für langjährige Mitglieder, die Bezirkschef Uwe Böhm (links) und Ortsvorsitzender Robert Dietrich (rechts) auszeichneten: Karl Urbas, Heribert Roith, Bertam Meier und Manfred Sier. Bild: hfz

Die Arbeit ist die gleiche, das Geld nicht: Bis zu 500 Euro betrage die Differenz bei den Löhnen der verschiedenen Bahnen, rechnete Uwe Böhm vor. Der Vorsitzende des Bezirks Bayern der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) fordert deshalb einen Flächentarifvertrag. Gleichzeitig verteidigt er die Streiks.

Böhm war Gastredner bei der Jahreshauptversammlung der GDL Weiden-Schwandorf im Zoiglstüberl "Iblacker". Ortsvorsitzender Robert Dietrich hatte zuvor einen Rückblick auf die lokalen Aktivitäten der GDL geworfen. Umfangreich seien diese gewesen, so Dietrich. Als Beleg zählte er nicht nur die gewerkschaftspolitische Arbeit auf, sondern auch zahlreiche Veranstaltungen wie ein Treffen mit Kollegen der tschechischen Bahnen.

Deutschlandweit prominent war die GDL in den vergangenen Monaten aber vor allem wegen der Streiks bei der Bahn. So nahm denn auch die überörtliche Gewerkschaftsarbeit den Hauptteil im Referat von Bezirkschef Böhm ein, der gleich zu mehr Engagement bei der GDL aufrief. Es sei inzwischen auf allen Ebenen schwierig geworden, ehrenamtliche Mitarbeiter zu finden.

Wobei dies nicht die einzige Herausforderung für die Gewerkschaft sei. Besonders schwierig gestalteten sich Tarifverhandlungen, da die GDL eine Vielzahl von Mitgliedern in den einzelnen Bahnen zu vertreten habe, die teils sehr unterschiedliche Löhne bekämen. Hier könne nur ein Flächentarifvertrag Abhilfe schaffen. Für diesen Vertrag habe die GDL in der Vergangenheit gestreikt und werde auch in Zukunft dieses legale und verbriefte Recht der Arbeitnehmer wahrnehmen. Böhm betonte: Die GDL streike nicht, um die Kunden der Bahn zu verärgern, sondern für Verbesserungen der Arbeitsbedingungen der am und im Zug beschäftigten Kollegen. Ein weiteres Ziel der Tarifarbeit sei die 38-Stunden-Woche für rund 37 000 Mitarbeiter bei DB Regio, Schenker und Co.

Gleichzeitig kritisierte er, dass an allen Ecken und Enden bei der Bahn AG ein Personalmangel festzustellen sei. So fehlten circa 800 Lokführer. Aus diesem Grund sei nicht zu verstehen, dass die Vorstände der DB ihre Boni erhöht hätten, den Personalabbau aber weiter vorantrieben. Besonders stark gestiegen seien dabei die kurzfristigen Boni, so dass sich eine Gesamterhöhung um 174 Prozent ergebe.

Bei der Versammlung ehrte die GDL auch treue Mitglieder. Die Auszeichnung für 65 Jahre erhielt Karl Urbas, die für 25 Jahre bekamen Heribert Roith, Bertam Meier und Manfred Sier.
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