Das Herz schlägt in der Regerstraße

Thomas Schumacher pflegt ein klares Wort. In der Bürgerversammlung bekannte der Fondara- Vorstand: "Ich habe erschüttert festgestellt, wie gering das Stadtmarketing in Weiden finanziell ausgestattet ist." Er wird die Stadtgalerie bauen, aber auch "Pro Weiden" deutlich unter die Arme greifen.

Die künftige Gestaltung der Sedanstraße sei ausschließlich "Sache der Bürger und des Stadtrats". Doch der Investor machte bei der Bürgerversammlung - auf Aufforderung von OB Kurt Seggewiß - dann doch seine private Meinung deutlich. Das Herz des Weidener Einzelhandels schlage, so Schumacher, in der Fußgängerzone, und zwar in der Max-Reger- und Wörthstraße. Gerade den Geschäften in der Altstadt schade der Verkehr in der Sedanstraße, der die Fußgängerbeziehung unterbreche. Nicht die Stadtgalerie, sondern die Altstadt brauche die bessere Anbindung.

Schicksalgemeinschaft

Erneut betonte Schumacher, dass die Stadtgalerie mit dem Weidener Einzelhandel eine Schicksalsgemeinschaft eingehe. "Wir konkurrieren gemeinsam gegen den Internet-Handel. Wir versuchen, Leben in der Stadt zu halten." Er sehe die Immobilieneigentümer in der Stadt gefordert. Weiden sei auf neue Städtebaufördermittel angewiesen. "Wir müssen Weiden herausputzen und deutlich machen, dass wir die Herausforderungen annehmen." Die Stadtgalerie allein könne nicht viel erreichen. "Da müssen wirklich alle mitziehen." Darum sei Fondara auch bereit, sich beim Stadtmarketing zu engagieren.

Keine konkreten Aussagen machte Schumacher hingegen auf Fragen nach den Gebühren im Parkhaus der Stadtgalerie. Er ließ offen, ob sie sich am "Parkgroschen" der Stadt orientieren. Klagen über bereits zu teure Parkplätze in Weiden, derentwegen nun die Kunden wegblieben, konterte er mit dem Hinweis, dass in der Münchner Innenstadt 6,50 Euro pro Stunde bezahlt würden. "Und trotzdem sind die Plätze proppenvoll. Der Kunde ist bereit zu bezahlen, wenn er dafür in den Geschäften einen Mehrwert bekommt."

Petra Horrer (Brillen Horrer), Jasmin Merkl (Hennerloch) und Kerstin Schug (Delicado, Postgasse) sprachen für den Einzelhandel in der Innenstadt. Dabei schilderten sie die Auswirkungen der Sperrung der Sedanstraße. "Man dreht uns den Hals zu", klagte Petra Horrer. Die Beschilderung sei - etwa im Vergleich zu der beim Frühlingsfest - "nicht optimal" gewesen. Eine nochmalige "Verkehrsberuhigung" in der Sedanstraße sei nicht zumutbar.

"Bei uns war's nicht nur ruhig, sondern sauruhig", ergänzte Jasmin Merkl. Der Winkler-Parkplatz sei in der Verkehrsführung "verschwunden", stellt Kerstin Schug fest. Die Stadt müsse in der Sedanstraße "eine gute Lösung für alle" finden.

Die Verwaltung habe aus der Sperrung Sedanstraße viel gelernt, versicherte OB Kurt Seggewiß. Die geplante Testphase für den Fußgängerbereich zwischen C&A sowie K+L Ruppert werde sorgfältig vorbereitet. Das bisher eher verwirrende Parkleitsystem werde innovativ überarbeitet. Er spreche sich weiter um eine Verschiebung des Tests ins nächste Jahr aus. Die Situation in der Innenstadt könne sich derweil entspannen. "Die Einsicht ist da."
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