"Das schaffen wir"

Die Mehrzweckhalle wird Erstaufnahmeeinrichtung mit Platz für 200 Flüchtlinge. Die Vorbereitungen dafür laufen bereits. Am Freitag errichtete der Bauhof unter anderem Zäune, die das Areal abgrenzen sollen. Bild: Götz

Jetzt gehört so ein Umzug eines Privathaushalts schon nicht zu den leichteren Aufgaben des Lebens. Noch eine Spur größer wird es, wenn 88 Menschen gleichzeitig die Bleibe wechseln. Das müssen die Stadt und ihre Helfer bewältigen nach dem Beschluss, die Notunterkunft von der Berufsschul- in die Mehrzweckhalle (MZH) umzusiedeln.

Die Erstaufnahmeeintrichtung für Flüchtlinge kommt an den Langen Steg. Seit Donnerstag laufen die Vorarbeiten dafür. 30 Mitarbeiter des Bauhofs werkeln vor Ort, berichtet Leiter Manfred Meßner. "Wir sind froh, dass noch kein Winterdienst ist." Sonst wäre es eng geworden. So aber reichten die Kapazitäten. Die Kollegen verräumen Sportgeräte zur Realschule, verrichten Elektroarbeiten oder bereiten den Zaun vor, der das Areal sichern soll.

"Ein Rekordjahr"

Noch bleibt er aber offen. Zumindest bis am Samstag die Band "voXXclub" aufhört, zu spielen. Der Auftritt wird der letzte öffentliche vor Sperrung der Halle sein. Zu der am Sonntag 15 Helfer des THW anrücken. Zu ihren Aufgaben wird unter anderem der Aufbau der Feldbetten gehören. Die Arbeit dürfte routiniert ablaufen. Das Weidener THW hat immerhin schon viel Erfahrung. Wie Ortsbeauftragter Andreas Duschner berichtet, war es auch an vielen anderen Orten in Bayern in ähnlicher Mission im Einsatz. Wegen der hohen Flüchtlingszahlen "steuern wir mit Einsatzzahlen und -stunden auf ein Rekordjahr zu". Personelle Engpässe gebe es aber keine.

Ähnlich sieht es beim BRK aus. Ehren- und Hauptamtliche (Letztere auch in ihrer Freizeit) waren schon bei der Berufsschule regelmäßig im Einsatz. Und auch in der MZH werden sie wieder Dienst tun. Das sei natürlich "für alle eine Belastung", sagt Kreisgeschäftsführer Franz Rath. Aber die Motivation sei nach wie vor hoch. Entsprechend zuversichtlich gibt es sich: "Das schaffen wir, das haben wir noch immer geschafft."

Wobei zumindest in der MZH noch einiges zu schaffen sein wird, bevor am Dienstag die Flüchtlinge (derzeit sind es 88) umziehen. Ein Raum muss für die Einsatzleitung vorbereitet werden, berichtet Jutta Häusler, Leiterin des Amts für Hochbau und Gebäudemanagement, der Jugendraum wird zum Speisesaal. Trennwände sollen die Halle in etwas kleinere Parzellen teilen. Und Waschmaschinen samt Trockner müssen von der Berufsschule zum Wasserwerk. Apropos: Wann die Berufsschulhalle wieder offen sein wird, ist unklar. Sobald die MZH eingerichtet ist, werden die Helfer das Gebäude in der Stockerhut in seinen Ursprungszustand zurückversetzen. Das kann aber noch ein wenig dauern.

Lob für die Stadt und die Helfer sowie eine positive Bilanz für die Arbeit in der Berufsschulhalle kommt derweil von Veit Wagner (AK Asyl). Es sei bislang alles gut gelaufen. Gleichzeitig sei die Unterstützung aus der Bevölkerung ungebrochen. Beim Netzwerk Asyl landeten weiter die verschiedensten Angebote. Etwa von Weidener Schulen. Die Hilfsbereitschaft geht aber noch viel weiter.

Auch rein geografisch: Bei Wagner, pensionierter Lehrer, meldete sich neulich eine frühere Schülerin, die jetzt in den USA lebt. Auch sie fragte, wie sie den Flüchtlingen in Weiden helfen kann.
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